Festlandskandinavische Sprachen: Lehnwörter aus dem Mittelniederdeutschen

(Geschrieben: 2000; 

kleine Aktualisierung: 24. März 2020)

 

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Farblegende zu den Wörtern:

rot = Modernes Schwedisch, Dänisch und Norwegisch;

blau = Mittelniederdeutsch (MND=MNS und/oder MNL);

grün = verdrängte altwest- oder altostnordische Wörter;

lila: mittelskandinavische Wörter.

 

Andere Abkürzungen: arch. = archaisch; dial. = dialektal; fnND = Frühneuniederdeutsch; HD = Hochdeutsch; ND = Niederdeutsch (Plattdeutsch); Nyn. = Nynorsk; AN = Altnordisch; aschwed. = Altschwedisch.

 

Einführung und Orientierung

Definition der Begriffe:

Mittelniederdeutsch (MND)
Diese Bezeichnung wird verwendet, da die Wissenschaft sich nicht sicher ist, ob ein Lehnwort aus dem Mittelniedersächsischen (MNS) oder Mittelniederländischen (MNL) stammt. MND kann daher bedeuten, dass das Lehnwort von einem der beiden oder auch von beiden stammen kann.

Mittelniedersächsisch (MNS)
Bezeichnet die niederdeutschen Dialekte, die in Norddeutschland und dem Gebiet der heutigen Niederlande von Händlern der Hanse u. a. gesprochen wurden und auf altsächsischen Dialekten basieren.

Mittelniederländisch (MNL)
Bezeichnet die niederdeutschen Varianten, die von Händlern aus dem Gebiet der heutigen Niederlande gesprochen wurden und auf altfränkischen Formen basieren.

Altnordisch (AN)
Dieser Begriff wird hier verwendet, um alt- und mitteldänische/-schwedische Formen, die faktisch ersetzt wurden, zu bezeichnen (wenn nicht anders angegeben), da Beispiele aus dem Altnordischen leichter zu ermitteln und sicherer zu bestimmen sind.

Modernes Niedersächsisch/Modernes Niederdeutsch (Plattdeutsch) (ModNS)
Bezeichnet die heutigen niederdeutschen (plattdeutschen) Dialekte, die aus dem Altsächsischen stammen und in Norddeutschland und den östlichen Niederlanden gesprochen werden.

Modernes Niederländisch (NL)
Bezeichnet die heutigen niederfränkischen Dialekte, die in den Niederlanden, Belgien („Flämisch“) und Frankreich (Westhoekflämisch) sowie in Protektoraten und ehemaligen Kolonien der Niederlande gesprochen werden und aus dem Altniederfränkischen stammen.

Einführung:

Der Einfluss des Niedersächsischen und Niederländischen auf die skandinavischen Sprachen während des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit war beachtlich. Einige Forscher vergleichen ihn mit dem riesigen Einfluss, den das normannische Französisch sowohl auf lexikalischer als auch struktureller Ebene auf das Altenglische nach der normannischen Eroberung ausübte. In der Tat ist dies die einzige Parallele, die in der gesamten Geschichte der europäischen Sprachen gefunden werden kann! Während des Mittelalters entlehnte das Dänische beispielsweise mehr als 1500 neue Wörter, von denen einige zwar aus dem Lateinischen, die Mehrheit jedoch aus dem Mittelniederdeutschen stammten. (Nicht nur gab es direkte Lehnwörter, sondern auch viele Lehnübersetzungen, bei denen der Körper (die Struktur) einheimisch, die Seele (die Bedeutung) jedoch importiert ist). Die durch das Mittelniederdeutsche ausgelösten Veränderungen der festlandskandinavischen Sprachen waren insbesondere im 14. Jahrhundert, während der Blütezeit der Hanse, ausgeprägt. Der Einfluss des MND hielt bis 1550 (und in einem geringeren Ausmaß darüber hinaus) an. Danach wurde Hochdeutsch die vorherrschende Sprache in Norddeutschland und begann seinerseits, die festlandskandinavischen Sprachen zu beeinflussen. Schätzungen gehen davon aus, dass der gesamtdeutsche, d.h. nieder- und hochdeutsche, Anteil des dänischen Wortschatzes 25 % beträgt. Ähnliche Zahlen gelten vermutlich für Schwedisch und Norwegisch, obwohl Norwegisch wohl die puristischste dieser drei Sprachen ist. Willy Sanders schätzt den Einfluss des MND auf die skandinavischen Sprachen sogar noch höher ein: „…jetzt noch 30 % des Wortschatzes nd. Herkunft sind.” Karl Wührer dagegen schätzt den Gesamtanteil der Entlehnungen aus dem MND in die festlandskandinavischen Sprachen sogar als 55-60 % ein, was aber mit Sicherheit eine Überschätzung ist. Auch sagen diese Zahlen noch nichts über die Häufigkeit solcher Lehnwörter aus. Andere Wissenschaftler sind etwas konservativer in ihren Schätzungen. Die meisten MND Wörter kommen in Zunftgesetzen und juristischen Dokumenten vor – die wenigsten in Sprichwörtern und Volksliedern, d.h. in den Formen, die der gesprochenen Sprache am nächsten kommen. Dessen ungeachtet gehören viele Entlehnungen aus dem MND immer noch zu den gebräuchlichsten Wörtern in den festlandskandinavischen Sprachen, und die Geschichte der skandinavischen Sprachen kann einfach nicht ohne eine detaillierte Betrachtung des MND Elements untersucht werden. Kein Skandinavist kann es sich leisten, diesen Bereich zu vernachlässigen. Torsten Dahlberg drückt dies folgendermaßen aus (S.194):

„Fast auf allen Gebieten der Nordistik spürt oder ahnt man direkt oder indirekt das niederdeutsche Substrat. In Skandinavien können wir an dem Niederdeutschen nie vorbeikommen”.

Eine andere Weise, das Ausmaß des MND Einflusses auf die nordischen Sprachen zu erkennen, ist die Betrachtung der Auswirkungen dieses Einflusses auf die Gesellschaft der Sprecher, mit anderen Worten: seine kulturelle Bedeutung. Diese Bedeutung war enorm und nachhaltig und zog die nordischen Länder letztlich in das etablierte europäische Kulturleben mit ein. H. Bach bemerkt zu Dänisch (S.527):

„…eins steht völlig klar: die Einwirkung des mnd. war die wichtigste Voraussetzung für die Einbeziehung des Dänischen in das gesamteuropäische Kulturmuster.”

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen, historischen, juristischen, kulturellen und literarischen Einflüssen des MND auf die nordischen Sprachen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen; allerdings kann der interessierte Leser einen kleinen Vorgeschmack durch die in diesem Artikel vorgestellten MND Entlehnungen aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben bekommen. Es herrscht allgemeiner Konsens darüber, dass die politischen, soziologischen und linguistischen Bedingungen in Schweden und Dänemark-Norwegen während der Blütezeit des Hanse-Einflusses insgesamt recht ähnlich waren, wodurch der großflächig angelegte Begriff von der MND Sprache und Kultur pauschal möglich ist.

Anfang und Mitte des 12. Jahrhunderts gewann die Hansehandelsstadt Lübeck an der Ostsee mehr und mehr an Bedeutung. Zusammen mit anderen Hansestädten ermöglichte Lübeck der Hanse, den Handel in Skandinavien und dem Baltikum über die nächsten drei Jahrhunderte zu dominieren. Kolonien niederdeutsch sprechender Händler, Handwerker und Beamter siedelten sich zahlreich in vielen größeren nordischen Städten wie Oslo, Bergen, Visby, Stockholm, Malmö, Söderköping, Kalmar und Kopenhagen an. (Visby auf Gotland war das erste Zentrum niederdeutscher Ausbreitung, Teil einer deutschen Osterweiterung und bereits im 12. Jahrhundert eine fast vollständig deutsche Stadt). An dieser Stelle ist es bemerkenswert, dass Sprachkontakt und somit Sprachmischung im Allgemeinen nicht in den nationalsprachlichen Regionen stattfanden, sondern in den handels- und verkehrsreichen Gebieten, d. h. großen Städten.

Viele mittelniederdeutsch sprechende Adelsfamilien aus dem Gebiet des heutigen Norddeutschlands wurden in Dänemark und anderen Orten Skandinaviens sesshaft; sie hatten oft eine herausragende Stellung inne und beeinflussten die Literatursprache aller drei Nationen stark. Aufgrund des Ansehens und der Macht dieser Handwerker, Händler und Höflinge genoss ihr gesprochenes und geschriebenes Mittelniederdeutsch eine besonders angesehene Stellung in der skandinavischen Gesellschaft des Mittelalters. Die höfliche und vornehme Sprache der skandinavischen Höfe (welche Lehnwörter wie riddari, knapi, gígja, hæverskr, lên und hertogi gebrauchten) und der Sprachgebrauch der Händler, Handwerker und Beamten war mehrere Jahrhunderte lang hauptsächlich mittelniederdeutsch, und diese Sprache hinterließ ein beachtliches und nachhaltiges lexikalisches Erbe in den einheimischen Sprachen, bevor es als gesprochene Sprache in Skandinavien ausstarb. Diese MND sprechenden Einwanderer brachten viele Lehnwörter für Berufe, Ämter und Werkzeuge mit, und die Sprache der dänischen Zünfte war somit beispielsweise bis ins 19. Jahrhundert voller deutscher Begriffe. Juristische und amtliche Dokumente der nordischen Handelszentren des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit sind voller mittelniederdeutscher Entlehnungen und Ausdrücke, wenn sie nicht auf niederdeutsch selbst sind. Deutsche in skandinavischen Städten dominierten wegen der besonderen Vorrechte, die ihnen verliehen wurden, und beeinflussten das politische Leben in einem solchen Ausmaß, dass ihre Anwesenheit letztendlich entscheidend bei der Entstehung der pan-nordischen Kalmarer Union 1397 war. Albrecht von Mecklenburg, ein in Deutschland geborener König, bestieg 1364 den schwedischen Thron, und MND erreichte während seiner Regentschaft seinen größten Einfluss. Stockholm wurde gemeinsam von Deutschen und Schweden gegründet. Darüber hinaus war der erste Bürgermeister von Stockholm aus dem Gebiet des heutigen Norddeutschlands, und in den 1350er Jahren wurde (unter anderem) das stadslag von Magnus Eriksson erlassen, um zu verhindern, dass mehr als die Hälfte der Stadtbeamten von „deutscher“ Geburt war! Mit Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert waren zwei der frühesten in Dänemark gedruckten Werke zwei dänische Chroniken namens Rimkrønicken und Den Danske Krønike. Diese waren bereits aus älteren MND Fassungen bekannt. Die Sprache von Lübeck, der Stadt, die das zentrale Drehkreuz der Hanse repräsentierte, fungierte als eine Art normativer Einfluss auf das geschriebene MND, und diese Variante des MND hatte wahrscheinlich besonderen Einfluss auf die skandinavischen Sprachen.

Die meisten aufgenommenen Wörter waren natürlich mit Handel und Verkehr oder dem Adel verknüpft. Vor 1300 schon gab es in Skandinavien die MND Lehnwörter fals, herbergi, skraddari, skúta, treya, danz, par, slekt, spital, æra, akta, prófa, klókr, opinberr, ærligr. 1277 gebrauchte Magnus Lagabøter bereits offiziell die Titel barrún und riddari.

Die hanseatische Dominanz des frühen neuzeitlichen nordeuropäischen Handels war nicht nur auf den Nordatlantik beschränkt, sondern breitete sich auch in den Ostseeraum aus, und zahlreiche Händler und Handelsorganisationen siedelten sich in Polen, Russland, Finnland und dem Baltikum an. Die Sprachen der Region wie etwa Finnisch, Karelisch, Estnisch, Livurnisch und Lettisch empfingen ebenfalls eine Reihe niederdeutscher Entlehnungen als Ergebnis dieses Austauschs. Später, als die nordischen Nationen im baltischen Handel florierten, wurden sogar noch mehr niederdeutsche Entlehnungen in diese Sprachen durch deren skandinavische Nachbarn eingeführt.  

Die Folge der niederdeutschen Dominierung von Handel, Wirtschaft, Handarbeit, Seefahrt, Bergbau und zu einem gewissen Ausmaß auch Verwaltung und Hof in den nordischen Ländern war ein beispielloser Zustrom von Lehnwörtern und produktiven morphologischen Elementen aus den hochangesehenen niederdeutschen Varianten. Erst heute steuert das moderne internationale Englisch eine vergleichbare Anzahl von Lehnwörtern zu den festlandskandinavischen Sprachen bei und übt einen ähnlichen strukturellen Einfluss aus. Die maßgeblichen Bereiche, in denen aus dem Niederdeutschen entlehnt wurde, waren Seefahrt, Fischerei und Nautik, Handel und Wirtschaft, regionale Verwaltung, Hausbau und Haushalt, Handarbeit und religiöse Aktivitäten, aber es wurden auch viele Begriffe in Zusammenhang mit dem Hof und der vornehmen Gesellschaft sowie militärische Begriffe und viele allgemeine und heute alltägliche Verben, Adjektive und Adverbien entlehnt. In einigen Fällen waren die Lehnwörter für die Bezeichnung von Berufen, Gegenständen und Konzepten, für die die Sprecher der skandinavischen Sprachen keine Äquivalente hatten, da sie von Deutschsprechenden eingeführt wurden, unverzichtbar. Buchstäblich Tausende niederdeutsche Entlehnungen und Wörter mit entlehnten MND Elementen traten in die festlandskandinavischen Sprachen ein, und viele einheimische skandinavische Wörter wurden ersetzt. Die skandinavischen Teile der Bevölkerung, die ein geringeres Ansehen hatten und Geschäfte mit den deutschen Einwanderern, den damaligen Machthabern, machen wollten, mussten die Sprache der Ausländer lernen – zumindest genug, um auszukommen. Nordische Händler mischten wahrscheinlich MND Wörter in ihre Sprache, um besser von ihrem hanseatischen Gegenüber verstanden zu werden. Dieser partielle Erwerb der Sprache der Einwanderer ebnete den Weg für Hunderte ihrer alltäglichen Wörter in die skandinavischen Sprachen.  

Während des späten Mittelalters war MND den skandinavischen Sprachen in Bezug auf Syntax, Konjugation und Aussprache näher, als dies der Fall mit dem heutigen Hochdeutsch und den skandinavischen Sprachen ist.  

Um den Zeitraum zwischen 1325 und 1425 war die geschriebene dänische Sprache in Gefahr, von MND als geschriebene Sprache für Briefe und amtliche Urkunden ersetzt zu werden. Adel, Klerus, Kanzleien und Hof waren die hauptsächlichen Benutzer handschriftlicher Kommunikation, und besonders in Dänemark und Südschweden war MND kurz davor, die akzeptierte festgelegte Schriftsprache zu werden. Selbst die interne Korrespondenz der Beamten war teilweise in MND.

MND beeinflusste fast alle Bereiche des festlandskandinavischen Wortschatzes (in Einar Haugens Worten: Eigennamen, Titel [herr, fru und frøken waren zunächst Adelstitel, aber wurden schließlich auch für gewöhnliche Bürger gebraucht], Scheltworte, Geräte und Ausstattung, Waffen, Musikinstrumente, Maße und Gewichte, Handel, höfliches und vornehmes Gebaren, Bergbau, Tiere, Essen, Wetter, Krankheit, Gesetze, Verwaltung und Bildung), aber die untenstehenden Beispiele heutiger Wörter im modernen Dänisch (wenn nicht anders angegeben) zeigen die Hauptbereiche des Einflusses. Die Bereiche mit den meisten Entlehnungen waren Handel und Beruf, Haus und Heim, Essen, Bekleidung, Kriegsführung, Seefahrt, regionale Verwaltung und höfisches Leben. Viele dieser Wörter sind Lehnübersetzungen (d.h. niederdeutsche Elemente werden direkt in ihre skandinavischen etymologischen und semantischen Äquivalente übersetzt, oft unter Gebrauch wortbildender Elemente, die aus dem MND entlehnt wurden). So wird beispielsweise das MND hantwerk zu håndværk „Handwerk”, und unwetenheit wird zu uvidenhed „Unwissenheit”. Viele dieser Entlehnungen sind heute unter den alltäglichsten Wörtern in den festlandskandinavischen Sprachen:

Handel und Berufe: arbejd „Arbeit”, bager „Bäcker“, bytte „Beute”, bødker „Böttcher”, børs „Börse”, bøssemager „Büchsenmacher“, fisker „Fischer“, fragt „Fracht“, garver „Gerber”, gesäll (schwed.) “Geselle”, glasmästre „Glas(meist)er”, handel „Handel”, handle „handeln“, handskemager „Handschuhmacher“, håndværk „Handwerk“, håndværker „Handwerker”, høker „Höker”, isenkræmmer „Eisenkrämer“, klejnsmed „Kleinschmied“ (= „Schlosser“), kræmmer „Krämer”, krögare (schwed.) “Krüger”, kunstner “Künstler”, købe „kaufen“, købmand „Kaufmann“, køgemester „Meisterkoch”, köpenskap (schwed.) “Kaufschaft” (= „Handel“), lærling „Lehrling”, maler „Maler”, murer „Maurer”, pels „Pelz“, portner „Pförtner”, pund „Pfund“, præst „Priester“, regne „rechnen“, regning „Rechnung“, regningskab (heute regnskab) „Rechenschaft“ (= „Buchhaltung“), rente „Rente, Rendite“ (= „regelmäßige Einkünfte“), sadelmager „Sattler“, skomager „Schuhmacher“ (ersetzte suder), skrædder „Schneider“, slagter „Schlachter“ (ersetzte kødmanger), snedker „Schreiner”, told „Zoll”, tømmermand „Zimmermann“, udgift „Ausgabe“, vare „Ware“, værkmester „Werkmeister”, værksted „Werkstatt“, værktøj Werkzeug”.

(Einige Wörter in dieser Kategorie sind verschwunden oder werden nur noch selten angetroffen, weil dieser Handel, Beruf oder diese Beschäftigung veraltet sind, z. B. bægermager „Bechermacher”, fyrbøder „Feuermacher”, hjulmager „Stellmacher”, pottemager „Töpfer”, buntmager „Kürschner, Pelzmacher”, kedelflikker „Kesselflicker”, skoflikker „Schuhflicker”, klokkeguder „Glockengießer”, plåtslagare (schwed.) “Plattenschmied”, slutter “Gefängniswärter”, spillemand „Spielmann”, stratenrøver „Straßenräuber”, væbner “Waffenschmied”).

Werkzeuge und Geräte: bolt „Bolzen”, fork „Forke”, fusthammer „Fausthammer” (= „Hammer für Hufeisen“), høvl „Hobel”, knibtang „Kneifzange”, skrue „Schraube”, fyrtøj „Pulverfass” (heute „Feuerzeug“).

Hof und Adel: eventyr „Abenteuer“, frøken „Fräulein“, fyrste „Fürst“, greve „Graf“, herre „Herr“, hertug „Herzog“ (ersetzte das einheimische jarl), hof „Hof“, hofmester „Hofmeister“, hovmod „Hochmut“, jagt „Jagd”, jomfru „Jungfrau“, junker „Junker“, kejser „Kaiser”, krone „Krone“, ridder „Ritter“, slot „Schloss“, væbner „Knappe, Waffner“, ære „Ehre”, ærlighed „Ehrlichkeit“.

Regierung, Gesetz und Kirche: almisse „Almosen”, bann „Bann”, borger „Bürger“, borgmester „Bürgermeister“, burskap (schwed.) „Bauerschaft” (= schwedischer historischer Ausdruck für besondere Freiheitsrechte eines Bürgers), domherre „Richter“ (heute dommer), embedsmand „Amtsmann“ (vgl. auch das schwedische Lehnwort „Ombudsmann“), forbud „Verbot”, fordel „Vorteil", forhør „Verhör”, fuldmagt „Vollmacht“, kansler „Kanzler”, kætter „Ketzer”, lægmand „Laie”,  magt „Macht, mester „Meister”, nåde „Gnade”, oldermand „Aldermann“ (= „Stadtältester, Senator“), pant „Pfand”, pave „Papst”, pinse „Pfingsten”, påske „Ostern” (altsächs. „Paske“), regere „regieren“, rådhus „Rathaus”, rådmand „Ratsmann“, sprog „Sprache”, straf „Strafe”, told „Zoll“, trykkeri „Druckerei, Gedrucktes, Dokumente”, tugthus „Zuchthaus”, tvist „Twist, Streit”, vægter „Wächter”.

Militär: afdelning „Abteilung”, anfalde „Anfall”, angreb „Angriff”, armborst „Armbrust”, befaling „Befehl”, befalla (schwed.) “befehlen”, bøsse „Büchse”, erobre „erobern“, fane „Fahne“, fejde „Fehde“, flag „Flagge”, fodgænger „Infantrist, Fußgänger“, gevær „Gewähr“, harnesk „Harnisch”, høvedsmand „Hauptmann“, kamp „Kampf“, krig „Krieg“, krudt „Kraut, Schießpulver”, kunskapare (schwed.) „Kundschafter”, magt „Macht”, nederlag „Niederlage“, orlog „Seeschlacht“, plattdeutsch: „Urlog“, overfalde „Überfall”, panser „Panzer“, plyndre „plündern“, rejse „Reise“, im Sinne von: „Feldzug“, trommeslager „Trommelschläger”.

Seefahrt, Fischerei und Nautik*: agter „achter“, bådsmand „Bootsmann“, dok „Dock“, dørk „Deck”, fartøj „Fahrzeug“, fiskeri „Fischerei”, flag „Flagge“, fok „Fock”, fribytter „Freibeuter”, gast „Arbeitskraft”, haj „Hai, kaj „Kai, klyver „Klüver”, kyst „Küste“, lods „Lotse”, malstrøm „Mahlstrom“, mandskab „Mannschaft“, matros „Matrose”, roder (schwed.) „Ruder”,  ræling „Reling”, skipper „Skipper, Schiffer”, stuva „Stauraum”, styrbord „Steuerbord”, styrmand „Steuermann”, sælhund „Seehund”, tackla (schwed.) „Takelage”.

Verwandtschaftsbezeichnungen: fadder „Pate”, formynder „Vormund”, fætter „Vetter”, gemal „Gemahl”, oldefar „Urgroßvater”, oldemor „Urgroßmutter”, pebersvend „Junggeselle” (unverheiratete Händler mussten dem Magistrat in Kopenhagen im späten Mittelalter eine Abgabe in Form von Pfeffer zahlen), slægt „Geschlecht”, svoger „Schwager”, til ægte „zur Ehe versprochen”, ægteskab „Ehe”.

Essen: bakelse (schwed.) „Gebäck”, brændevin „Branntwein”, fennikel „Fenchel”, frokost „Frühstück” (dän.: „Mittagessen“), frugt „Frucht”, gaffel „Gabel”, husgeråd „Hausgerät”, ingefær „Ingwer”, koge „kochen”, koldskål „Kaltschale”, kop „Kelch, Becher”, krus „Krug”, krydderi „Kräuter”, køkken „Küche”, medvurst „Mettwurst”, mynte „Minze”, måltid „Mahlzeit”, mørbrad „Braten”, peber „Pfeffer”, persille „Petersilie”, postej „Pastete”, senap „Senf”, skinke „Schinken”, smag „Geschmack”, smage „schmecken”, spæk „Speck”, suppe „Suppe”, sylte „Sülze”, tallerken „Teller”, tallrik (schwed.) „Teller”, vaffel „Waffel”.

Bekleidung: bukser „Buxe, Hose”, dragt „Tracht, Kleid”, ficka (schwed.) „Tasche”, kappe „Mantel, Umhang”, mössa (schwed.) „Mütze”, rock (schwed.) „Rock, Mantel”, skørt „Schürze, Rock”, strømpe „Strumpf”, støvle „Stiefel”.

Gebäude, Haus und Heim: bädd (schwed.) „Bett”, bænk „Bank”, disk „Tisch”, fönster (schwed.) „Fenster”, gemak „Gemach”, herberg „Herberge”, kammer „Kammer”, kuffert „Koffer”, kælder „Keller”, køkken „Küche”, lampe „Lampe”, mur „Mauer”, skab „Schrank, Fach”, skorsten „Schornstein”, spejl „Spiegel”, sæbe „Seife”, tegl „Ziegel”, trappe „Treppe”, tæppe „Teppich”.

Medizin: brok „Bruch”, feber „Fieber”, gigt „Gicht”, krank „krank”, kramp „Krampf”, pokker „Pocken”, stær „Star”, svulst „Geschwulst”.

Verschiedenes: angst „Angst”, anledning „Anlass”, art „Art”, digt „Gedicht”, fiol „Violine”, fløjte „Flöte”, forhold „Verhältnisse”, frygt „Furcht”, gunst „Gunst”, klokke „Glocke”, kunst „Kunst”, lykke „Glück”, pligt „Pflicht”, rygte „Gerücht”, slange „Schlange”, iver „Eifer”, fare „Gefahr”, herkomst „Herkunft”, äventyr (schwed.) “Abenteuer”, hovmod „Hochmut”, högfärd (schwed.) „Hochfahrt”, bihang (schwed.) „Anhang”, bilaga (schwed.) „Beilage”, uppförande (schwed.) „Aufführen”, taske „Tasche”, lægmand „Laie”, vandel „Moral, gutes Verhalten”, videnskab „Wissenschaft”, vemod „Wehmut”, vilkår „Bedingung”.

Verbreitete und Hilfsverben: anføre „anführen”, anholde „anhalten”, anmelde „anmelden”, anvende „anwenden", arbejde „arbeiten", begribe „begreifen", begynde „beginnen", behøve „bedürfen”, berette „berichten”, beskrive „beschreiben”, bestemme „bestimmen", betale „bezahlen", betyde „bedeuten", blive „bleiben", bringe „bringen", bruge „gebrauchen", digte „dichten", erfare „erfahren", erhålla (schwed.) „erhalten”, fatte „fassen, verstehen", fordærve „verderben”, forekomme „vorkommen", forklare „erklären", foreslå „vorschlagen", forfatte „verfassen”, forlade „verlassen”, formå „vermögen, etwas können”, fornøje „(sich) vergnügen”, forsage „(sich) versagen, aufgeben”, forstå „verstehen", fortjene „verdienen”, forsvinde „verschwinden", fortsætte „fortsetzen”, fortælle „erzählen", frukta (schwed.) „fürchten”, fråga (schwed.) „fragen”, føle „fühlen", förgäta (schwed.) „vergessen”, gælde „gelten”, håbe „hoffen", klage „klagen", koge „kochen", købe „kaufen", kæmpe „kämpfen", lære „lernen", mene „meinen", male „malen", opdage „aufdecken", ordne „ordnen", oversætte „übersetzen", overveje „überlegen", pleje „pflegen (etwas zu tun)", prate „(Unsinn) reden”, prøve „prüfen, versuchen", redde „retten", rejse „reisen", regne „(mit etwas) rechnen", råbe „rufen”, samle „sammeln", ske „geschehen”, skildre „schildern, beschreiben", skrive „schreiben”, slute „schließen, abschließen", smage „schmecken", snakke „sich unterhalten, ‘schnacken’", spille „spielen", stille „stellen", straffe „strafen”, støtte „stützen", tilgive „vergeben”, trække „ziehen, tragen“, tænke „denken”, undersøge „untersuchen", undgå „umgehen, vermeiden", undkomme „entkommen”, undskylde „entschuldigen", vandre „wandern”, vare „währen", øve „üben".

Verbreitete Adjektive: alvorlig „ernst", bange „ängstlich, bange", berømt „berühmt”, billig „billig", bra (schwed./norw.) / brav (dän.) „brav, gut”, dejlig „wohlig, schön, delikat", dygtig „tüchtig, fähig", egentlig „eigentlich", elendig „elend”, endelig „endlich", enig „einig”, enkel „einzig", evig „ewig”, falsk „falsch", fin „fein”, flink „flink, schlau", fri „frei", frisk „frisch", fremmed „fremd", from „fromm", færdig „fertig", forsigtig „vorsichtig", gemen „allgemein", grov „grob”, hemmelig „heimlich, geheim", hændig „handlich, praktisch", herlig „herrlich", høvisk „höfisch", høflig „höflich", klar „klar, bereit”, klejn „klein”,  klog „klug", kort „kurz", krank „krank", læsbar „lesbar”, middelmådig „mittelmäßig", mulig „möglich", rar „rar, wertvoll, nett, freundlich", rask „rasch", rund „rund”, skøn „schön", smal „schmal”, smuk „schmuck, schön”, stille „still”, stolt „stolz", svag „schwach", tapper „tapfer", tilfreds „zufrieden", underdanig „untertänig”, ædel „edel”, ægte „echt", ærlig „ehrlich”, åbenbar „offenbar, öffentlich".

Verbreitete Adverbien, Präpositionen und Konjunktionen: alene „allein”, allerede „schon, bereits”, blott (schwed.) „nur, bloß”, bra (schwed./norw.) „gut, tüchtig” / bravt (dän.) „gut, tapfer”, dog „doch, trotzdem", emellertid „indessen" (schwed.), forbi „vorbei", ganske „ganz, ziemlich", jo „ja", likväl (schwed.), likevel (norw.) „gleichwohl", men „aber", måske „vielleicht” (dän.), nemlig „nämlich", overalt „überall", redan "already" (schwed.), samt „samt, mit", sikker „sicher", straks „sofort, schnurstracks", sådan „so, solch", temmelig „ziemlich", tilsammen „zusammen", trods „trotz", ur „aus" (schwed.), vældig „gewaltig", øvrig „übrig".

(*Hinweis: Es existieren viele spezifische Entlehnungen im Bereich Seefahrt und für verschiedene Arten von Fischen, welche nicht in den untenstehenden Listen aufgeführt sind.)

Vibeke Winge weist darauf hin, dass dänische Wörter für Kunsthandwerk, Güter und Werkzeuge interessanterweise im Großen und Ganzen aus dem MND stammen.

Ungefähr 300 Jahre lang (ca. 1250-1550) war Mittelniederdeutsch die Sprache, die gesellschaftliches Ansehen hatte und gleichzeitig den einheimischen Sprachen nahe war, so dass die Sprecher skandinavischer Sprachen ihre Sprachen durch MND erweiterten – weniger aus Notwendigkeit als vielmehr, weil es Mode war (in einigen Fällen hatten sie jedoch keine äquivalenten Bezeichnungen in ihren eigenen Sprachen). Deutsche bildeten die intellektuell und wirtschaftlich prägende Schicht und machten MND zur „feinen Sprache”; einer, die nachgeahmt werden sollte. Der skandinavische Bürger strebte danach, die „Feinheit” der deutschen Oberschicht in seinem Auftreten und seiner Sprache  anzunehmen. „Niederdeutsch wurde Modesache”, wie Dahlberg es formuliert. Dieser Faktor erleichterte zweifelsfrei den Übergang von Wörtern aus dem MND in die festlandskandinavischen Sprachen erheblich. Die nichtgeistliche Oberschicht und die Mittelschicht gebrauchten MND als ihre bevorzugte Zweitsprache, da königliche Familie, Adel, Kaufleute und Handwerker entweder Deutsche waren oder enge Verbindungen mit Deutschsprachigen hatten. Otto Höfler ist der Meinung, dass dieser Sprachkontakt sich auf hoher Ebene fortsetzte, da das Geschlecht von MND Wörtern in vielen Fällen mit ihrer Entlehnung bis ins Mittelskandinavische erhalten blieb. Obwohl die Männer der Hanse pragmatische Menschen waren – Kaufleute, Verwalter, Gesetzgeber, Schiffbauer, Seemänner – waren sie zweifelsohne nicht nur materiell besser gestellt als die Einheimischen, sondern auch auf intellektueller Ebene eine höhere Kultur als die einheimische.

Im Verlauf dieser Entlehnungsprozesse erhielten viele skandinavische arveord („Erbwörter“; Wörter aus der gemeinsamen nordischen Sprachfamilie), wie sie im heutigen Isländisch meist immer noch vorhanden sind, direkte Konkurrenz. Entlehnungen aus dem MND (lånord in der untenstehenden Tabelle) bereicherten den Wortschatz der festlandskandinavischen Sprachen deutlich, und Beispiele dafür sind Wortpaare in den heutigen Sprachen von sowohl einheimischer als auch entlehnter Abstammung, die mehr oder weniger synonym (und daher Konkurrenten) sind, zum Beispiel (norwegisches Bokmål, wenn nicht anders angegeben):

 

Arveord

Lånord

AN (aschwed.)

Bedeutung

ale opp

opdra

ala upp

aufziehen, großziehen

allesteds

overalt

allsstaðr

überall

andlet; anlete (schwed.)

ansikt

andliti; andlite

Antlitz, Gesicht

bardage (arch.)

kamp

bardagi

Kampf

berg

klippe

bjarg

Berg, Klippe, Fels

besk

bitter

 

bitter

bjuda (schwed.)

befalla

biuþa

bieten

borg

slot

borg

Burg, Schloss

borge

betala (schwed.)

borga, greiða

zahlen, abzahlen

bot

vederlag

bót

Bußgeld, Entschädigung

bratt

steil; plutselig

brattr

steil

brygge

kai

bryggja

Anlegebrücke, Kai

budskap

beskjed

boðskapr

Botschaft, Bescheid

bølgje; bölja (schwed.)

våg (arch., dial.); våg

bylgja; (aschwed.) bylghi

Welle, Woge

börja (schwed.); byrje (Nyn.)

begynna; begynne

(aschwed.) byria, børia; (AN) byrja

beginnen

djerv

dristig

djarfr

dreist, kühn

dugelig

flink

duglegr

fähig, geschickt

dyrd (schwed., arch.)

ära

(aschwed.) dyrth

Ehre

eie

besitte

eiga

besitzen

ende

slutt

endi

Schluss, Ende

ende

slutte

enda

schließen, enden

fager

skjønn, smukk

fagr

anmutig, schön

fattigdom

armod

fátækr-

Armut

ferd

reise

ferð

Fahrt, Reise

frende (arch.)

slektning

frændi

Verwandter

gagn

fordel

gagn

Vorteil

gave

skjenk

gjöf

Gabe, Geschenk

genast (schwed.)

strax

(aschwed.) genast

sofort

glad

fro

glaðr

froh, fröhlich

gjemme

bevare

gøyma

aufbewahren

glömma (schwed.)

förgäta

(aschwed.) gløma

vergessen

grein

fag

grein

Fachrichtung, Zweig

grein

regnskab

grein

Rechenschaft, Rechnungslegung

gripe

fange

grípa

greifen, fangen

gälda (schwed.)

betala

(aschwed.) giælda

bezahlen

heder

ære

heiðr

Ehre

hænde (dän.), hende (norw.)

ske

henda

geschehen

hest

hingst

hestr

Pferd, Hengst

hird

hof

hirð

Hof, Gefolge

hjelpe

støtte

hjálpa

helfen, unterstützen

hjälpa (schwed.)

bistå

(aschwed.) hiælpa

helfen, beistehen

hug

sinn

hugr

Gesinnung

huske

erinde

hugsa

erinnern

ild

fyr

eldr

Feuer

jorde

begrave

jarða

begraben

kjenne

føle

kenna

fühlen

kjensle

følelse

kensl

Gefühl

kjære

klage

kæra

klagen

kledning

drakt

klæðnaðr

Kleidung

kvede

dikt

kvæði

Gedicht

kvide

angst

kviði

Angst, Furcht, Schmerz

leik

spill

leikr

Spiel

leike

spille

leika

spielen

lott

del

hlutr

Teil, Anteil

love

berømme

lofa

loben

lønnlig

hemmelig

leyniligr

heimlich

lød

farge

litr

Farbe

makt

vald

máttr, veldi

Macht

meget

veldig

mjök

viel, sehr

miskunnelig

barmhjertig

miskunnsamr

barmherzig, gnädig

mista, tapa (schwed.)

förlora

(aschwed.) mista; tapa, tappa

verlieren

morgenmat

frokost

morgunmatr

Frühstück, Morgenmahl

mål; tungomål (schwed.)

språk

mál

Sprache

möta (schwed.)

drabba

(aschwed.) møta

treffen

nytte

anvende, bruke

nýta

nutzen, anwenden, brauchen

nåde

gunst

náðr

Gunst, Gnade

ran

rov

rán

Raub

rane

røve, plyndre

ræna

rauben, plündern

redd

bange

hræddr

ängstlich

reddes

frykte

hræðast

(be)fürchten

redsel

frykt

hræðsla

Furcht

rolig

stille

rólegr

still, ruhig

rope

skrike

hrópa

rufen, schreien

røyne (Nyn.)

erfare

reyna

erfahren

røyne (Nyn.)

forsøke, prøve

reyna

versuchen, prüfen

røynsle

erfarenhet

reynd

Erfahrung

sann

ekte

sannr

wahr

sanne

prøve

sanna

prüfen, verifizieren, die Wahrheit erkennen

sende

skikke

senda

senden, schicken

si fra

berette

segja frá

berichten

si fra

fortelle

segja frá

erzählen

si til

underrette

segja til

unterrichten, benachrichtigen, verständigen

skifte

dele

skipta

teilen

skire

døpe

skíra

taufen

skjønne

begripe, forstå

skynja

begreifen, verstehen

skydevåben (dän.)

bøsse, gevær

(AN) skotvopn

Schusswaffe, Büchse, Gewehr

skytevåpen

gevær

skotvopn

Schusswaffe, Gewehr

skär (schwed.)

klar

?

klar, rein

sorg (schwed.)

bekymmer

(aschwed.) sorgh

Sorge, Kummer

spörja (schwed.)

fråga

(aschwed.) spyria

fragen

sted

plass

staðr

Platz, Ort

strand

kyst

strönd

Strand, Küste

strid

krig

stríð

Krieg, Streit

styrka (schwed.)

bevisa

(aschwed.) styrkia

beweisen

støe

støtte

stoða

stützen

sveinn

knape

sveinn

Knappe, junger Mann

svik

fals

svik

falsch, betrügerisch

svikte

bedra

svíkja

betrügen

syde

koke

sjóða

kochen

syssel

len

sýsla

Grafschaft, Bezirk

sømd

æra

?

Ehre

säng (schwed.)

bädd

(aschwed.) sæng, siang

Bett

tala (schwed.)

prata

tala

reden, sprechen

tale

snakke

tala

(miteinander) reden, sprechen

telle

rekne

telja

rechnen

dra(ge)

trekke

draga

ziehen, tragen

turve (Nyn.); tarva (schwed.)

behøve; behöva

þarfa; (aschwed.) þarva

brauchen, müssen

trygge

borge

tryggja

bürgen, garantieren

useier

nederlag

ósigur

Niederlage

vedgå

erkjenne (HD Lehnwort)

viðganga < ganga við

(an)erkennen

veide

jage

veiða

jagen

veik

svak

veikr

schwach

velde

makt

veldi

Macht

verk

smerte

verkr

Schmerz

vindöga (arch., dial.); vindue (dän.)

fönster

vindauga

Fenster

vettug

klok

vitr

klug, weise

vorde

bli

verða

werden

vrang

falsk

rangr

falsch

vård (schwed.)

vakt

(aschwed.) varþer

Wacht

ætt

herkomst

ætterni

Herkunft, Geschlecht

ætt

slekt

ætt

Geschlecht, Familie

 

 

 

 

 

In einigen Fällen erhielt das einheimische skandinavische Wort eine andere oder engere Bedeutung, so etwa im Fall von syde „sieden", welches ursprünglich auch „kochen“ meinte, was aber von dem MND Lehnwort koke übernommen wurde. Das dänische Wort lød, ursprünglich ein allgemeiner Begriff mit der Bedeutung „Farbe” bezeichnet nun das engere „Farbton, Schattierung, Nuance“ und wurde weitgehend durch das Lehnwort farve „Farbe" ersetzt (im Norwegischen bedeutet lød immer noch „Farbe", neben dem üblicheren farge). In anderen Fällen überlebte das einheimische Wort, wurde aber marginalisiert oder weniger gebraucht als das Lehnwort, im Norwegischen etwa im Fall des entlehnten trekke und des einheimischen dra (im Dänischen wurde drage in fast allen Fällen durch trække ersetzt). Das einheimische skandinavische Wort mål, welches ursprünglich „Sprache” (vgl. AN mál) bedeutete, bezeichnet heute weitgehend das engere „Dialekt” (vgl. aber schwedisch tungomål „Sprache” aus altschwed. tungo mal). Auch das einheimische schwedische Wort arvode (aus altschwed. arvoþe) hat sich in seiner Bedeutung von „Arbeit“ zu „Entgelt, Honorar“ verringert, vermutlich unter dem Einfluss des aus dem MND stammenden arbete. Einige weitere Beispiele aus dem Dänischen illustrieren die schwächere Position einiger einheimischer Wörter gegenüber den importierten (nahezu) synonymen Wörtern aus dem MND: Das dänische fager (vgl. Englisch „fair”) gilt nun als poetisch und archaisch und ist durch das bevorzugte und synonyme Lehnwort aus dem MND smuk ersetzt worden (fager ist auch im Norwegischen poetisch); ræd wird zwar immer noch verwendet, aber das Lehnwort bange aus dem MND ist definitiv gebräuchlicher (im Norwegischen gilt jedoch das Gegenteil); brat („steil, plötzlich“) wird ebenfalls verwendet, aber beide Bedeutungen des Wortes werden von den gebräuchlicheren MND Lehnwörtern stejl für „steil“ und pludselig für „plötzlich" abgedeckt. Leika „spielen” wurde durch spille (< MND spelen) ersetzt, wenn es um das Spielen von Musik oder Theater geht.

Meistens aber verschwand das altnordische Wort einfach aus dem Sprachgebrauch des Festlandskandinavischen, und Lehnwörter aus dem MND (von denen einige als nicht notwendig angesehen werden können) ersetzten diese. Dahlberg bemerkt in diesem Zusammenhang zutreffend:

„Auf diese Weise sind leider viele einheimische, gut brauchbare Wörter verlorengegangen.” (S.196)

In den Festlandsprachen wurde das einheimische vorde (altdänisch warthæ, altschwedisch varþa, vgl. AN verða, Deutsch werden) von der aus dem MND stammenden Form bli(ve)/bliva verdrängt (wobei vorde in poetischem und biblischem Sprachgebrauch überlebt hat). Im Dänischen verdrängten die entlehnten Formen arbejde „arbeiten" und men „aber" das altdänische ærvæthæ „arbeiten" (vgl. AN erfiði) und æn „und, aber" (vgl. AN en) sowie den Gebrauch von uden/utan „außer”. Das ältere dänische Wort børje (vgl. schwedisch börja (welches in dieser Sprache immer noch die bevorzugte Wahl ist), Nynorsk byrje) verlor nach und nach den Kampf gegen das entlehnte begynde, während dem älteren anlæte „Antlitz, Gesicht” gegen ansigt das gleiche Schicksal widerfuhr (anlete existiert im Schwedischen neben ansikte jedoch immer noch). Gleichermaßen wurde øbe/öpa „schreien, rufen" durch råbe/ropa (ein nordisches Wort, dessen Bedeutung durch das verwandte MND Wort ropen beeinflusst wurde) und den MND Import skrige ersetzt; das ältere røne „versuchen” fiel prøve zum Opfer (vgl. aber norwegisch røyne), und genest wurde zu dem MND Import straks (genast exisitiert im Schwedischen jedoch immer noch neben strax). Das ältere schwedische Wort má wurde zu måste, das skandinavische ván „Hoffnung” wurde durch das MND hope (dänisch håb, schwedisch hopp) ersetzt, genau wie vónast durch hopast, frjáls durch fri, everðeligr durch evig und samþykkiliga durch endrægteliga, während verbreitete Bewegungsverben wie ganga und standa den Kampf gegen die MND Formen gân und stân verloren, woraus die heutigen Formen gå und stå entstanden. Außerdem fiel þarf dem Wort behóf „Bedarf” anheim, gøyma und varðveita wurden zu bevara „(auf)bewahren”, sanna und prófa zu bevisa „beweisen”, skipta zu býta „tauschen, ändern”, lutr zu deil „Teil”, vitr zu klókr „klug, weise”, giäf (altschwed.) zu gava, máttr und veldi zu makt „Macht”, háttr zu máti „Brauchtum, Sitte”, hyggja und ætla zu meina „meinen, beabsichtigen”, ætla zu akta (MND achten), kenna „lehren” und nema „lernen” zu læra „lernen; lehren” (MND lêren); kenna verlor (in Dänemark) seine Bedeutung „fühlen” an følæ (MND vôlen), løyfi wurde zu orlof „Urlaub”, stríð zu krig „Krieg, Streit”, ætt zu slekt „Geschlecht, Abstammung, Familie”, hyggia, ætla und hugsa zu þenkia „denken”. Im Dänischen können darüber hinaus die Verdrängung von neita durch das aus dem MND stammende nægte, nytja durch bruge, rædd durch bange und reyna (altdän. rønæ) durch forsøge bemerkt werden. Gesellschaftliche Veränderungen führten dazu, dass Wörter wie bygd, træl, kone und rise im Dänischen überholt wurden; allerdings sind sie im modernen Sprachgebrauch teilweise dank des norwegischen Einflusses wiederbelebt worden. Peter Skautrup merkt einige andere Beispiele von Wörtern an, die im Dänischen in der frühen Neuzeit (1350-1500) verloren gegangen sind: bukser „Hose” ersetzte brog, dog „doch, jedoch” ersetzte tho, straks „sofort” ersetzte thegær und sådan „so, solch” ersetzte slig.

 

Gibt es noch die Wahl zwischen zwei Formen, wird dem niederdeutschen Lehnwort normalerweise der Vorzug gegeben. Einige ansonsten obsolete nordische Formen haben jedoch überlebt und werden bevorzugt im norwegischen Nynorsk verwendet. Hierzu gibt es zu viele Beispiele, um sie alle an dieser Stelle darzustellen.  

Nach dem MND Vorbild wurde im Schwedisch des späten Mittelalters der k-Laut in der geschriebenen Sprache als ch wiedergegeben, was noch an och „und”, vgl. dänisch og, gesehen werden kann. Im Dänischen des gleichen Zeitraums wurde [sk] sch- geschrieben, z. B. Schanning „Skåne”.

In einigen Fällen wurden Wörter auf unterschiedliche Art entlehnt oder verliehen ihren jeweiligen Aufnahmesprachen unterschiedliche Impulse. So entlehnte das Dänische beispielsweise das MND merschûm „Meerschaum” als merskum, während Schwedisch es als sjöskum lehn-übersetzte. Gleichermaßen entlehnte Dänisch das MND schadenfroh (vgl. Deutsch) als skadefro, während Schwedisch es als skadeglad lehn-übersetzte. In anderen Fällen entlehnte eine Sprache ein Wort, welches niemals in eine andere Sprache aufgenommen wurde. Das klassische Beispiel ist das schwedische Wort fönster „Fenster”, während im Dänischen das nordische Wort vindue verwendet wird.  Andere bekannte Beispiele sind das schwedische Wort bädd gegenüber dem dänischen seng, das schwedische börja gegenüber dem dänischen begynde, das schwedische fråga gegenüber dem dänischen spørge, das schwedische förgäta gegenüber dem dänischen glemme, das schwedische ficka gegenüber dem dänischen lomme, das dänische føle gegenüber dem schwedischen känna, das schwedische hustru gegenüber dem dänischen kone, das schwedische rita gegenüber dem dänischen tegne, das schwedische skicka gegenüber dem dänischen sende, und das schwedische äta gegenüber dem dänischen spise. Weitere Beispiele finden sich in der untenstehenden Tabelle:

 

aus dem MND stammendes Wort

einheimisches nordisches Äquivalent

Bedeutung

Schwedisch

Dänisch

 

anspråk

krav, fordring

Forderung

belåten

mæt

satt

bittida

tidlig

zeitig

bädd

seng

Bett

drabba

træffe

(be)treffen, widerfahren

ficka

lomme

Tasche

flod

elv

Fluss

fort

rask, hurtigt

schnell

fråga

spørge

fragen

fönster

vindue

Fenster

förgäta

glemme

vergessen

förlora

miste, tabe

verlieren

förlust

tab

Verlust

förstöra

ødelægge

verwüsten

hustru

kone

Ehefrau

hyra

leje

leihen, mieten

inrymma

inholde

beinhalten

lärjunge

lærling

Lehrling

ort

sted

Platz, Ort

rita

tegne

zeichnen

skicka

sende

senden, schicken

stad

by

Stadt

tillhopa

helt, helt og aldeles

(ins)gesamt

umbära

undvære

entbehren, auf etwas verzichten

upprepa

gentage

wiederholen

uppsåt

forsæt (auch aus dem MND)

Absicht

även

også, ligeledes

auch

***

***

***

Dänisch

Schwedisch

 

altid

jämt

immer

bange

rädd

ängstlich

begynde

börje

beginnen

forfærdelig

hemsk

schrecklich

forkert

orätt, vrång

falsch, verkehrt

forlade

lämna

verlassen

fornøden

---

nötig

forskel

skillnad

Unterschied

føle

känna

fühlen, kennen, empfinden

hvordan

hur

wie

kundskab

kännedom

Kenntnis, Wissen

men

utan

aber

måske

kanske, kanhända (ske und hända stammen auch aus dem MND)

vielleicht

nøle

tveka

zögern

omtrent

omkring

etwa, herum

rejse (køre „Auto fahren“ ist jedoch nordisch)

åka

reisen, fahren

slem

elak

schlimm, böse

smuk

fager, vacker

anmutig, schön

spise

äta

essen, speisen

straks

genast

sofort

sådan

dylik

so, solch, so ähnlich

tænke

tycka

denken

undertiden

ibland, stundom

manchmal

undervejs

---

unterwegs

undskylde

ursäkta

entschuldigen

årsag

skäl (orsak existiert auch im Schwedischen)

Ursache

 

Der durchschnittliche Sprecher in Bergen, Oslo, Kopenhagen oder Stockholm konnte nicht anders, als genug mittelniederdeutsch zu lernen und seine eigene gesprochene und geschriebene Sprache mit MND Elementen anzureichern. Die deutschen Siedler genossen den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteil, und es war für die Einheimischen selbstverständlich, eine Art Mischsprache zu gebrauchen. Die norddeutschen Siedler siedelten sich nicht nur in den wirtschaftlichen Zentren, sondern in allen norwegischen Städten an, und ihr höherer gesellschaftlicher Status bedeutete, dass sie nicht die komplexe nordische Sprache lernen mussten.  

Diese Ansiedlung führte zu einer starken Erweiterung des Vokabulars für alltägliche Dinge und abstraktere Begriffe, und die sich entwickelnden städtischen Dialekte waren stark von niederdeutschen Entlehnungen geprägt. Der Einfluss des Mittelniederdeutschen auf die spätere Entwicklung der skandinavischen Sprachen wird treffend von dem norwegischen Nordisten Didrik Arup Seip in dem folgenden Kommentar beschrieben:

"Two Norwegians cannot in our day carry on a conversation of 2-3 minutes without using Low German loanwords...of course without knowing that they are doing so."

Diese Bemerkung trifft in gleichem Maße auf Schwedisch und vielleicht sogar noch starker auf Dänisch zu.

Wie zu erwarten, kann davon ausgegangen werden, dass Dänemark aufgrund der geographischen Nähe und engeren politischen und wirtschaftlichen Beziehungen die meisten dieser Begriffe zuerst entlehnt hat. Jedenfalls ist es sehr unwahrscheinlich, dass es viele Begriffe später als Schweden erhalten hat. Wahrscheinlich wurden nicht wenige dieser entlehnten Begriffe eher vom Dänischen ins Schwedische und Norwegische übertragen, als dass MND selbst die Gebersprache war. Es gibt allerdings nur wenige Fälle, für die durch sprachwissenschaftliche Methoden nachgewiesen werden kann, dass MND Wörter über das Dänische ins Schwedische kamen. Der typischste Danizismus in der Phonologie – die Abschwächung der Plosive k, p und t am Wortanfang – hat im Schwedischen nur geringe Spuren hinterlassen (man schließt daraus, dass die Übertragung ins Schwedische überwältigend direkt war). Sowohl Schwedisch als auch Dänisch öffneten im Norwegischen die Tür für MND Wörter, und diese Sprachen hatten bereits viele Wörter, vor allem in der Schriftsprache, entlehnt. Da alle drei festlandskandinavischen Sprachen überwiegend die gleichen MND Wörter und wortbildenden Elemente aufnahmen, rückten diese drei Sprachen in vieler Hinsicht näher zusammen.

Laut einiger schwedischer Sprachwissenschaftler stammen bis zu 75 % des heutigen schwedischen Wortschatzes aus dem MND oder von durch MND vermittelten Wörtern ab. (Diese Zahl ist jedoch absurd – der eigentliche Anteil dürfte weit niedriger, wahrscheinlich 25-30 % sein). Die meisten dieser Wörter kamen zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert in den altschwedischen Wortschatz. Es ist in der Tat schwierig, zu einer verlässlichen Zahl zu gelangen, aber zweifelsohne gehören Entlehnungen aus dem MND, durch MND Entlehnungen inspirierte Wörter oder aus ursprünglich MND Elementen gebildete Wörter heute zu den üblichsten Wörtern dieser Sprache.

In vielen Fällen bezeichneten die Entlehnungen neue Konzepte, etwa borgmeistari und radman – diese Einrichtungen hatte es in Skandinavien zuvor nicht gegeben. Neue Berufe oder Ämter wurden importiert, welche den Namen des Besitzers oder des Handelnden trugen, z. B. skómakari, bartskærer, bøssemager, maler, pladeslager, mægler, portner, tolk. Sogar das Wort handel selbst ist MND Ursprungs. Darüber hinaus brachten die niederdeutschen Seeleute und Händler in Zusammenhang mit ihren bemerkenswerten Fähigkeiten in der Seefahrt Lehnwörter wie galei, jakt, kogge, mers und mast.

Einige MND Wörter wurden auch eingeführt, um negative oder zerstörerische Elemente der Gesellschaft zu bezeichnen, z. B. skalkar „Gauner, Schurke, Lump”, rövare „Räuber, Dieb” und bödel „Henker”.

Zur Bezeichnung von Tieren gab es ebenso neue Wörter, wie etwa bæver „Bieber“, falk „Falke”, flädermus (schwed.) „Fledermaus”, hingst „Hengst”, kamel, lærke „Lerche”, løve „Löwe”, näktergal (schwed.) „Nachtigall”, panter, rotte „Ratte”, sköldpadda „Schildkröte”, vagtel „Wachtel”. Diese Wörter machten die einheimischen Bezeichnungen – falls vorhanden – obsolet.

Schwedisch führte die meisten Entlehnungen nach 1350 ein, wie etwa die alltäglichen Begriffe bädd, frukost, rock, språk, släkt, fri, from, klar, klen, smal, arbeta, bliva, bruka, lära, smaka, sådan. Andere Entlehnungen aus dem MND sind falskhet (valschheit), frihet (vrîheit) und ärlighet (êrlikheit). An Beispielen für Wörter, die auf dänischem oder schwedischem Boden entstanden, aber mit MND Elementen gebildet wurden, können Wörter wie benægte, begagna, benägen, forfremme, forsinke, förbrylla, undeselig und undvære (ins Schwedische als umbära entlehnt) genannt werden.

Viele verbreitete Alltagswörter, die heute den Grundwortschatz eines Sprechers der modernen skandinavischen Sprachen ausmachen, wurden während der Herrschaft der Hanse eingeführt, als MND die Sprache von gesellschaftlichem Ansehen und Prestige war, etwa Substantive wie arbete „Arbeit” bevis „Beweis”, bukse „Hose”, fel „Fehler” förstånd „Verstand”, kopp „Tasse, Becher”, papir „Papier”, skrin „Schrein, Schachtel”, støvler „Stiefel”, tröja „Sweater, Pullover”, tvivel „Zweifel”, vilkor „Bedingung”; Verben wie bevisa „beweisen”, forklare „erklären”, forlike „versöhnen”, mene „meinen”, prøve „prüfen” und skaffe „beschaffen”; Adjektive wie falsk „falsch”, fin „fein”, främmande „fremd”, färdig „fertig”, klok „klug”, möjlig „möglich” svag „schwach”; Adverbien wie altid „allzeit, immer”, bittida „beizeiten, zeitig”, blott „nur, bloß”, ganske „ganz, ziemlich”, straks „sofort” und även „auch”; und Konjunktionen wie jo „doch” und men „aber”. Einige übliche Ausdrücke, die aus dem MND in die festlandskandinavischen Sprachen kamen, sind die folgenden: dit og dat „dies und das” (dit un dat), få i sigte „sichten” (sichte), göra klart „fertig machen, vorbereiten”, klappet og klart „fix und fertig” (klapp un klar), med rätta „mit Recht” und till godo „zu Gute”, til rette „zurecht” (to rechte). Es ist ebenfalls bemerkenswert, dass der Plural des schwedischen Worts stad „Stadt” städer ist, was aus dem Einfluss des MND herrührt (auf altschwedisch wäre es stathir).

Eine Worthäufigkeitsstudie der 6.000 gebräuchlichsten schwedischen Wörter von Martin Gellerstam zeigt, das 24,1 % dieser Wörter aus dem Deutschen abstammen, und für 30,3 % der Wörter Deutsch das Entlehnungsmittel darstellt. Trotzdem erscheinen dem heutigen Sprecher einer skandinavischen Sprache das hoch- und niederdeutsche Element in seiner Sprache, als ob es von den Ursprüngen der Sprache an dagewesen sei. Gellerstam bemerkt:

“Vem tycker idag att de lågtyska lånen språk, arbete, lära, fråga är något annat än gamla hederliga svenska ord?”.

Dierecks und Braunmüller argumentieren mit einem Zitat von Moberg, wie einfach es für Wörter aus dem MND war, in das Schwedische zu gelangen und schnell angenommen zu werden:

„Die Anpassung der mittelniederdeutschen Lehnwörter an das altschwedische Flexionssystem konnte im allgemeinen ohne größere Schwierigkeiten geschehen. Aufgrund der ähnlichen Struktur und oft verwandten Wortbildungsmuster konnten viele Substantive, Adjektive und Verben relativ einfach an entsprechende einheimische Wortgruppen anschließen.” (S.23)

 

Ein anderer beachtenswerter Punkt ist, wie die gemeinsamen Entlehnungen in die nordischen Sprachen dazu führte, dass alle drei Sprachen sich einander im Hinblick auf den Wortschatz annäherten, was zweifelsohne die Kommunikation zwischen den Sprechern verschiedener skandinavischer Sprachen erleichterte und dies auch heute immer noch tut.  

 

Erst zum Ende des Mittelalters nahmen die modernen skandinavischen Sprachen Form an, und genau während und bis zum Ende der Periode des MND Einflusses entstanden die modernen skandinavischen Sprachen, wie wir sie heute kennen. MND hatte viel mit der Modernisierung der skandinavischen Sprachen und ihrer heutigen Form zu tun. Marquardsen sagt über das Dänische:

„Diese moderne Form, die sich während der zweiten Hälfte des 14. und im 15. Jahrhundert herausbildete, weicht so wesentlich von der Sprache der vorhergehenden Periode ab, dass innerhalb des Zeitraums von 1350-1500 eine durchgreifende Veränderung der Dänischen Sprache zu konstatieren ist.” (S. 405-406).

 

Entlehnte Affixe

Aus dem Deutschen stammende Präfixe und Suffixe spielen eine bedeutende Rolle in den heutigen skandinavischen Sprachen.

Sprecher der skandinavischen Sprachen waren geschickt darin, mittelniederdeutsche Formen in ihre eigenen Phonologie- und Flexionssysteme zu integrieren, und viele aus dem Mittelniederdeutschen entlehnte Affixe wurden später auf skandinavischem Boden wortbildend für einheimische skandinavische Wörter. Mittelniedersächsisch und Mittelniederländisch hatten somit Einfluss auf morphologischer wie lexikalischer Ebene. In der Tat betont die Entlehnung und der produktive Gebrauch dieser wortbildenden Elemente, welchen außerordentlichen Einfluss MND auf die festlandskandinavischen Sprachen ausübte (es muss jedoch gesagt werden, dass die Sprache bereits vor dem Kontakt mit MND im Prozess der Simplifizierung begriffen war – dieser Sprachkontakt beschleunigte und intensivierte jedoch diesen Wandel). Die einheimischen abstrakten Suffixe
-dom, -inge und –skap, die Nord- und Westgermanisch gemeinsam hatten, wurden wiederbelebt, und der Wortschatz durch zahlreiche auf -schap, -inge, -en(t) und -nisse endende Entlehnungen aus dem MND bereichert. Diese Suffixe fungierten wiederum als wortbildende Elemente in den Aufnahmesprachen (wobei -nisse im Skandinavischen zu -else wurde), z. B. broderskap, betalning, bedrövelse. Darüber hinaus waren die im 14. Jahrhundert auftretenden Elemente -hed/-het, -inde/-inne und -ske/-ska besser zur Bildung neuer Wörter geeignet als die einheimischen Affixe, von denen einige durch Synkope und die Reduktion unbetonter Silben geschwächt wurden, was bedeutete, dass es unter den einheimischen skandinavischen Elementen weniger wortbildende Optionen gab. Die eingeführten Elemente erfüllten damit einen Bedarf. Das Suffix -hed wird im Dänischen im 15. Jahrhundert zu einem weitverbreiteten Suffix. Das einheimische verstärkende Präfix for-/för- wurde durch das MND vor- (und später durch Hochdeutsch) wiederbelebt – es gibt Heerscharen neuer, aus einheimischen skandinavischen Quellen mit diesem Präfix geprägter Wörter, etwa forarbejde „verarbeiten”, forbedret „verbessert”, fortabe „verlieren”, forskyde „verschieben, versetzen”, forøde „veröden”, forglemme „vergessen” (adän. forglømæ basiert auf MND vorgeten), forbryde „verbrechen” (adän. forbrytæ basiert auf MND vorbrêken). MND -
ent wird im Schwedischen immer noch produktiv gebraucht und bildet Substantive, die auf -ende und –ande enden, z. B. letande „Suche”, vetande „Wissen”. Die Adjektivsuffixe -agtig/-aktig (gleichbedeutend mit HD -haftig), -bar, -dan, -vortes/-vörtes wurden nach 1400 entlehnt. Das einheimische Suffix -sk wurde nach MND Vorbild zu –isk, während -ugh sich in -ig (siehe unten) änderte.

Kurt Braunmüller bemerkt, dass die Entlehnung wortbildender Elemente aus dem MND die Natur der skandinavischen Sprachen änderte, sie in ihrem Charakter weniger nordisch machte und näher an das Westgermanische brachte:

„Ein Ergebnis dieses intensiven Sprachkontakts war – wie gezeigt – z.B. die typologische Annäherung des Skandinavischen an das Mnd./Westgermanische auf den Gebieten der Morphologie und besonders der Wortbildung.” (S.159).

H. Bach macht die interessante Beobachtung, dass diese entlehnten Affixe sowohl mit entlehnten als auch einheimischen lexikalischen Elementen so produktiv verwendet wurden, dass die skandinavischen Sprachen im Lauf der Zeit eine große Anzahl Wörter entwickelten, die heute direkte Parallelen mit dem modernen Hochdeutsch haben, welches die gleichen Wörter unabhängig davon mit den gleichen Affixen und dem gleichen lexikalischen Material gebildet hatte. Es gibt zu viele Beispiele, um sie hier alle einzeln darzustellen, einige Beispiele jedoch sollten ausreichen, diesen Punkt zu belegen: forandring <> Veränderung, forfalske <> verfälschen, fordragelig <> verträglich, indgang <> Eingang, udgang <> Ausgang, udsætte <> aussetzen, opgang <> Aufgang, overenstemmende <> übereinstimmend, medarbejder <> Mitarbeiter, modstand <> Widerstand, tilflugt <> Zuflucht, tilstand <> Zustand, tillade <> zulassen, undergang <> Untergang, understøtte <> unterstützen.

Im Folgenden findet sich eine Liste der hauptsächlichen Entlehnungen von Affixen, illustriert mit Beispielen aus allen drei modernen skandinavischen Sprachen:

 

Nordisches Affix

Affix (MNS)

Heutige Beispiele

Bedeutung

an- (spätes 14. Jh.)

an-

anbefale, anklage, angrepp

empfehlen, anklagen, angreifen

be- (seit 1350)

be-, bi-

bidrage, behandle, betænke, beslut

beitragen, behandeln, bedenken, Beschluss

bi- (schwed.)

bi-

bifalla, bistå

zustimmen, beistehen

fore-

vor-

forekomst, foretrække, foredrag

Vorkommen, Vortrag

för- (schwed.)

vor-

försiktig, fördöma

vorsichtig, verdammen

om-

um-

omgive, omstendighet, omkreds

umgeben, Umstand, Umkreis

over-

over-

overbevise, overhøre, oversætte

überzeugen, verhören, übersetzen

över- (schwed.)

over-

övermod, översätta

Übermut, übersetzen

un-/und- (seit ca. 1400)

unt-

undgå, undskylde, unnvære

entgehen, entschuldigen, entbehren

-aktig (schwed. nach 1450, norw.);
-agtig (dän.)

-achtich

varaktig, karlaktig, lögnaktig, dåraktig, småaktig, byagtig, livagtig, nøjagtig

dauernd, männlich, verlogen,  dumm/albern, kleinlich, städtisch, lebhaft/lebendig, genau

-ande (ca. 1400 in schwed.),

-ende (dän., norw.)

 -ent

inflytande, forehavende, udseende

Einfluss, Vorhaben, Aussehen

-bar (16. Jh. in schwed.)

-bâr

brukbar, frugtbar, kostbar, holdbar, strafbar, stridbar, åbenbar

brauchbar, fruchtbar, kostbar, haltbar, strafbar, streitbar, offenbar

-dan (dän.)

-dân(ne)

sådan, ligesådan, hvordan, ligedan

 

so, genauso, wie, ähnlich

-else (viele urspr. in –nisse)

-sel

skapelse, overdrivelse, spøgelse

Schöpfung, Übertreibung, Spuk

-are (schwed.), -er (dän., norw.)

-êre

borgare, jägare, bæger, maler, lærer

Bürger, Jäger, Becher, Maler, Lehrer

-eri (vor 1400 in dän.)

-erîe

fiskeri, bedrageri, tyveri, skriveri, slagteri

Fischerei, Betrügerei, Diebstahl, Schreiben, Schlachterei

-(er)ska (schwed.)

-ske (dän.) (vor 1400)

-ersche

tvätterska, studentska, syerske, husholderske

Waschfrau, Studentin, Schneiderin, Haushälterin

-het (schwed. vor 1375; norw.),
-hed (dän.)

-heit,     -hêt

nyhed, storhet, flertydighet, rigtighed

Neuheit, Größe, Vieldeutigkeit, Richtigkeit

-häftig (schwed. nach 1450), -heftig (norw.)

-haftig (dän.)

-heftich

mandhaftig, standhaftig

mannhaft, standhaft

-inna (schwed.)
-inde (dän.) (vor 1400)
-inne (norw.)

-inne,    -in

furstinna, hertuginde, grevinde, gudinna

Fürstin, Herzogin, Gräfin, Göttin

-isk (entlehnt oder beeinflusst)

-isch

høvisk, upprorisk, jordisk

höfisch, aufrührerisch, weltlich

-liken

-ligen (schwed.)

-liken

troligen, skäligen,

wahrscheinlich, vernünftig

-mager (dän.)

-maker (norw.)

-makare (schwed.)

-maker

hattemager, skomager, urmaker

Hutmacher, Schuhmacher, Uhrmacher

-näre (schwed.), -ner (dän., norw.)

-(e)nêre

kunstner, gartner, väpnare

Künstler, Gärtner, Waffner

-skap (schwed., norw.)
-skab (dän.)

-schap

vennskap, landskab, ekteskap, borgerskab

Freundschaft, Landschaft, Ehe, Bürgerschaft

-slager (dän.)

-släger

blikkenslager, plattenslager

Klempner, Hochstapler

 

Nicht alle dieser Affixe sind in den heutigen Sprachen noch produktiv. Einige wie an-, be-/bi-, fore-/för-, -ska und und-/unn- fingieren nicht länger als wortbildende Elemente, während om- und over-/över- aktiv gebraucht werden. Die folgenden Suffixe, welche Adjektive, Nomen Agentis und abstrakte Substantive bildeten, sind immer noch in sehr produktiver Verwendung: -aktig/-agtig, -bar (auch durch HD Einfluss), -else, -er, -hed/-het, -ig/-lig. Produktive Adjektivendungen waren damals -et, -sk, -som (agtsom, arbejdsom, beslutsom) und -vorn (drillevorn, sladdervorn, slingrevorn). Die meisten dieser Suffixe konnten sowohl mit einheimischen als auch importierten Wörtern gebraucht werden. –else etwa wird viel mit einheimisch skandinavischem Wortmaterial gebraucht. Die altskandinavischen Sprachen besaßen relativ wenig wortbildende Elemente für abstrakte Begriffe, während MND diese Elemente im Übermaß bot.

Niels Åge Nielsen’s Dansk Etymologisk Ordbog (3. Ausgabe 1976) enthielt nicht weniger als 283 Wörter mit dem aus dem MND stammenden Präfix be-. Ein großes dänisches Wörterbuch dürfte wohl noch mehr enthalten.

Obwohl -ing produktiv und in den altskandinavischen Dialekten einheimisch war, wurde dieses substantivbildende Suffix durch den Einfluss des MND, in welchem dieses Suffix sehr produktiv verwendet wurde, in Gebrauch und Umfang stark erweitert (es ist in den westgermanischen Sprachen ebenso einheimisch, vgl. engl. -ing, niederl. -ing, deutsch -ung). Da -ing im Altschwedischen (Dänischen, Nordischen) ein direktes einheimisches Äquivalent hatte, konnte es problemlos in Wörter entlehnt werden oder neue Wörter bilden. Im Schwedischen und Norwegischen (insbesondere Nynorsk) ist -ing durch die Variante –ning ersetzt worden. Dieses Element bezeichnet häufig eine Tätigkeit oder Person.

Ein anderes substantivbildendes Suffix, -nisse (vgl. engl. -ness, dt. -nis) wurde nicht so ohne weiteres angenommen. Wie in obiger Tabelle beschrieben, verwandelte es sich in den heutigen skandinavischen Sprachen in –else. Dies kam durch die Assoziierung mit einer kleinen Gruppe von Wörtern, welche ursprünglich diese Endung aufwiesen (z. B. altdänisch døpælsæ aus altsächsisch dopilsi). So wurde das MND vengenisse zu fängelse „Gefängnis”, begencnisse zu begängelse „Bestattung”, bedrovenisse zu bedrøvelse „Traurigkeit” und schickenisse zu skickelse „Schicksal”. Ursprünglich nur in Lehnwörtern auftretend, wurde es später produktiv bei der Bildung neuer Zusammensetzungen aus einheimischen dänischen Wörtern, z. B. hændelse „Veranstaltung, Ereignis”, styrelse „Steuerung”, lignelse „Gleichheit”, tilhørelse „Zugehörigkeit”, skikkelse „Abbildung”, velsignelse „Segen”, fristelse „Versuchung” usw. Dieses Suffix wurde in den skandinavischen Sprachen weitaus positiver verwendet als das korrespondierende Element -ilsi im Deutschen. Jedoch ist den norwegischen Sprachwissenschaftlern Didrik Arup Seip und Olav Næs zufolge die Endung in -else einheimisch und kann bereits 1150 in Südostnorwegen nachgewiesen werden; dies bedeutet, dass es bereits vorher gebraucht wurde, um MND Wörter zu „zähmen“. Allerdings sind Seip und Næs mit ihrer Überzeugung in der Minderheit.

Das Präfix be- trat im Norwegischen zuerst im Jahr 1376 auf (behalda) – bytala war im Schwedischen bereits ab 1370 bekannt. Bitala erschien im Norwegischen vor 1400 und setzte sich gegenüber den einheimischen Begriffen gjalda, greiða und reiða durch.

Das Präfix und- war mit dem AN undan verwandt, was bedeutete, dass Lehnwörter wie undfly durch das einheimische fly undan unterstützt wurden.

Das Suffix -heit wird im Norwegischen schon 1353 angetroffen. Im Dänischen und Schwedischen wurde es bereits produktiv für die Bildung abstrakter Begriffe gebraucht (z. B. falskhet, frihet, ärlighet, gudelighed, vanvittighed, retighed, vitterlighed, barmhjertighed, wobei wârheit und swârheit die Muster für sandhed und tunghed abgaben), und im Norwegischen wurde es zum produktivsten Suffix für die Substantivierung von Adjektiven, so dass es für die Wissenschaft oft schwierig ist, zu entscheiden, ob ein Wort entlehnt oder auf Heimatboden gebildet wurde. So könnte beispielsweise das mitteldänische Wort witscap „Wissen” eine einheimische Wortbildung sein, da die Elemente wit + -skap beide in der Sprache vorhanden waren. Trotzdem gilt die Auffassung, dass dieses Wort in seiner Gänze dem MND witscap entlehnt wurde. Das Element -hed konkurrierte mit den einheimischen -lek und -ned und verdrängte diese schließlich so gut wie vollständig aus dem Dänischen (-nad ist im Schwedischen und Norwegischen jedoch immer noch recht verbreitet).

Die Suffixe -dom und -skap sind selten, werden jedoch in einigen wenigen Wörtern angetroffen, wie vennskap, borgerskap, hedendom, trældom.

Die Affixe ge- und er- erschienen spät (um 1550 bzw. im späten 16. Jh.) und eher aufgrund des hochdeutschen als des niederdeutschen Einflusses.

Im 15. Jahrhundert erschien -eri im Norwegischen und wurde für eine Reihe von Berufsbezeichnungen und geschäftlichen Einrichtungen verwendet (es bezeichnete also eine Tätigkeit oder den Ort einer Tätigkeit), etwa skriveri; darüber hinaus wurde es zur Bildung von Wörtern mit derogativer Bedeutung wie ketteri, røveri, svineri, tiggeri, snobberi gebraucht. Im Dänischen und Schwedischen wird es auch heute noch produktiv verwendet (z. B. avguderi „Heidentum”, baktalari „Verleumdung, üble Nachrede”). Ein weiteres wichtiges Suffix erscheint bei Substantiven, die in -er enden und einen „Täter“ bezeichnen, z. B. borger, lærer.

Andere verbreitete Affixe werden in untenstehender Liste aufgeführt. Es sollte auch der MND Einfluss auf den Gebrauch des einheimischen Adjektiv- und Adverbsuffixes -lig (-ig) erwähnt werden. Obwohl dieses Element allen germanischen Sprachen gemein ist (vgl. AN -ligr, -legr, AE -lîc, AHD -lîh, Got. -leiks, adän. -likær, aschwed. -lîker), kann seine gegenwärtige Beliebtheit und verbreiteter Gebrauch für die Wortbildung zu einem großen Teil dem MND Einfluss durch das Suffix -lîk zugeschrieben werden. Niels Åge Nielsen (siehe Literaturliste) bemerkt in seinem Dansk Etymologisk Ordbog:

"De Nord. adj. (og adv.) på -lig er for en stor dels vedkommende lånt fra el. påvirket af de modsv. former mnty. -lîk, nty. -lik, ty. -lich." (S.261; er führt daraufhin eine Liste von Beispielen einheimischer Wörter, die auf -lig enden, und solcher, die aus dem MND entlehnt oder von ihm beeinflusst wurden, an.) In der Tat verschwand das substantivierende Suffix -leikr fast vollständig aus dem Dänischen und fiel mit der Adjektivendung -lig zusammen (vgl. aber. norw. kjærleik, schwedisch kärlek).

Ähnliche Beobachtungen zu -ig im Schwedischen macht Bertil Molde (siehe untenstehende Literaturliste):

"Att -ig dominerar som avledningselement för adjektivbildning (blodig, stenig) beror också i hög grad på inflytande från lågtyskan." (p.78)

Der Einfluss des MND Adjektivsuffixes -ich veränderte die Endung -ogh einheimischer Substantive zu -ig (eine leichte Veränderung); Wörter mit der Endung -ig wurden daraufhin aktiviert und wurden dank des MND Einflusses produktiv.

Direkte Entlehnungen hingegen sind etwa das mittelschwedische ävigh „ewig”, pliktligh „verpflichtet” und värdigh „würdig, wert” aus dem MND êwich, pliktigh und werdich.

Formen, die auf das einheimisch schwedische Adjektivsuffix -ug enden kommen jedoch noch in einigen nordschwedischen Dialekten vor, z. B. nyttug „nützlich”, stenug „steinig”, tokug „dumm, doof”.

Die Verkleinerungsformen -ken, -ke und -lín (vgl. deutsch -chen, -lein) gibt es in der Regel nur als direkte Entlehnungen aus dem MND, z. B. frøken „Fräulein”, tallerken „Teller”, nellike „Nelke”, sønneke „Söhnchen”, hønnike „Hühnchen”.

H. Bach erwähnt lykke, klog und smuk als wahrscheinliche Modewörter, und weist darauf hin, dass diese Wörter auch im Hochdeutschen MND Importe sind.

Leichtere Auswirkungen hatte das Mittelniederdeutsche auf die Syntax und einige morphologische Aspekte wie Substantivflexion, obwohl die meisten Wissenschaftler darin übereinstimmen, dass die generelle Nivellierung des skandinavischen Flexionssystems und die Tatsache, dass die Struktur der skandinavischen Syntax eher analytisch (wobei die Bedeutung durch die Satzstellung vermittelt wird) als synthetisch (wobei die Fallendungen die grammatische Information liefern) ist, auf den Einfluss des MND zurückzuführen ist. Diese Struktur entwickelte sich während des hier behandelten Zeitraums, was bedeutet, dass die festlandskandinavischen Sprachen im 16. Jahrhundert bereits die Form hatten, wie wir sie heute kennen. (Die intensivste Periode des Sprachkontakts scheint während des 14. und 15. Jahrhunderts gewesen zu sein, und die nordischen Sprachen wurden während dieser Periode am stärksten beeinflusst). Lars S. Vikør erläutert (S. 41): “The influence from Low German may have been even more profound…it may have stimulated the morphological simplification of [Mainland] Scandinavian.” Allerdings vollzog sich der Wandel zu einer nivellierten Flexion und einer zunehmend analytischen Syntax mehr (z. B. Englisch) oder minder (z. B. Deutsch) in allen germanischen Sprachen, unabhängig von der Art der Sprachkontakte. Einige Forscher argumentieren, dass diese Merkmale das Ergebnis davon waren, dass Sprecher des Mittelniederdeutschen die skandinavischen Sprachen nicht korrekt gebrauchten und so eine grammatisch vereinfachte Mischsprache erwuchs; dies ist durchaus ein vertretbarer Standpunkt. (Diese Ansicht ist besonders unter schwedischen Wissenschaftlern verbreitet.) Die wahre Natur einer solchen Mischsprache wird erst dann deutlich, wenn die Anzahl der Lehnwörter solch ein Ausmaß angenommen hat, dass direkte Auswirkungen auf die grammatische Struktur der einheimischen Sprache zu sehen sind. Viele der MND Wörter ließen sich nicht einfach in das skandinavische Fallsystem eingliedern, was zu einer alternativen Meinung führt, nämlich dass die Lehnwörter selbst der Grund für den Verlust des klassischen Fallsystems waren. Keith Boden vertritt die Gegenthese zu der Mischsprache-Theorie: Er weist darauf hin, dass die deutschen Hanseaten als Sprecher der Prestige-Sprache keinen Anlass gehabt hätten, skandinavische Sprachen zu lernen, bis die Hanse unterging und die skandinavischen Königreiche auferstanden. Daher ist es unwahrscheinlich, dass ein lückenhafter Erwerb der skandinavischen Sprache durch die Deutschsprechenden für den MND Einfluss auf das skandinavische Flexionssystem verantwortlich ist. Was jedoch auch immer die Ursache dafür gewesen sein mag – es erscheint wie oben dargelegt wahrscheinlich, dass der Kontakt mit dem MND diese bereits bestehenden Prozesse in den festlandskandinavischen Sprachen sowohl beschleunigte als auch ihre Richtung bestimmen half.  

Obige Argumente zusammenfassend und eine Wiederholung wert sind Bertil Moldes Kommentare zu der relativen Leichtigkeit, mit der Lehnwörter aus dem MND in die einheimischen skandinavischen phonologischen, morphologischen und lexikalischen Systeme aufgenommen werden konnten:

"Detta lågtyska språk hade på vissa viktiga punkter stora likheter med svenskan (och danskan). Det hade t.ex. inte högtyskans diftonger, och den s.k. högtyska ljudskridningen (dvs. övergangen av t.ex. äldre /p/ till /f/) hade inte genomförts i lågtyskan. Detta gjorde att lågtyskan hade ordformer som sten, hûs, ôge, tunge, dragen, gripen (motsvarande högtyskans Stein, Haus, Auge, Zunge, tragen, greifen) dvs. former som uttals- och stavningsmässigt låg mycket nära svenskans. Sådana likheter mellan lågtyskan och den medeltida svenskan var av avgörande betydelse för möjligheterna för svenskan att ta emot lån från lågtyskan. Dessa lån kom att bli av väldig omfattning, och de finns inom praktiskt taget alla områden." (S. 77)

Und weiter:

"Deres allmänna struktur (i fråga om ljud, stavning, böjning) låg redan från början så nära strukturen hos inhemska ord att assimilations processen gick snabbt." (S. 79)

Zu den von Molde aufgezählten Formen könnten MND Formen wie open, tam, eten, riden, vören, varen, leggen, setten, gôt und dôt (vgl. die verwandten schwedischen Wörter öppen, tam, äta, rida, föra, fara, lägga, sätta, god und död) hinzugefügt werden; vergleiche die entfernteren hochdeutschen Wörter offen, zahm, essen, reiten, führen, fahren, liegen, setzen, gut und tot.

Diese Nähe in Wortschatz und Phonologie wird von Moberg als ein wichtiger Grund angeführt, warum MND trotz seiner guten Integration nicht die Sprache der skandinavischen Länder wurde.  Die skandinavischen Sprachen waren dem MND nah genug, dass es nicht zu fremd erschien, und mit der Entlehnung neuer, wortbildender Affixe konnten skandinavische Sprecher nach Bedarf recht problemlos neue Wörter aus einheimischen oder entlehnten Elementen bilden. Die Einheimischen hatten nicht das Gefühl, eine Sprache zu lernen und zu gebrauchen, die sich sehr von ihrer eigenen unterschied. Die Tatsache, dass wortbildende Elemente ohne eigenständige Bedeutung von einer in die andere Sprache entlehnt werden und produktive Wortklassen bilden konnten, weist auf die Nähe zwischen MND und den spätmittelalterlichen skandinavischen Sprachen hin.  

Darüber hinaus wird die Gruppe zweisprachiger Sprecher, die durch Eheschließungen zwischen den Einheimischen und den niederdeutschen Einwanderern entstand, den Einfluss des MND auf die weniger angesehenen skandinavischen Sprachen verstärkt haben. Dies ist eine weitere Ursache für den Einfluss des MND auf die skandinavischen Sprachen. Moberg erwähnt einen gewissen Helmik van Nörden, der gegen Ende des 15. Jahrhunderts die Aufzeichnungen für Stockholms rådstuga machte. Helmik scheut sich nicht, Wörter mit ursprünglich niederdeutschen Endungen an einheimischen Stammwörtern zu gebrauchen, z. B. sanhet, thunghet an Stelle der MND wârheit und swârheit. Mühelos wechselt er zwischen dem einheimischen läkiare „Arzt” und dem importierten Wort arst, zwischen dem einheimischen vindögha „Fenster” und dem Import fenster, und zwischen anlite „Gesicht” und ansikt.

Mit der Zeit, als die Macht der Hanse im 15. Jahrhundert langsam zerfiel und die Neue Welt entdeckt wurde, ließ auch der Einfluss des MND auf die nordischen Sprachen nach. (Wie Ahldén in seinem Artikel aufzeigt, wurde jedoch noch bis ins 19. Jahrhundert, wenn auch in viel geringerem Umfang, aus dem MND in die skandinavischen Sprachen entlehnt). Es ist unwahrscheinlich, dass eine große Anzahl Skandinavier MND perfekt beherrschte. Die partielle Zweisprachigkeit schwand nach und nach dahin; die Deutschen passten sich an und sprachen die skandinavischen Sprachen bald mit niederdeutscher Färbung.

Gleichzeitig brachten die Erfindung des Buchdrucks und später die Lutherbibel eine neue Welle hochdeutschen Einflusses nach Skandinavien. Tatsächlich erleichterten die bereits vorhandenen niederdeutschen Lehnwörter im Skandinavischen den Eingang hochdeutscher Wortformen und Entlehnungen ab Mitte des 16. Jahrhunderts. Das schwedische Neue Testament von 1526 wandte sich an Stadtbewohner und vermied ältere einheimische Wörter und Ausdrücke, wie sie in der Vadestena Bibel vorkamen, um für die Zielgruppe, welche eine beträchtliche Anzahl niederdeutscher Lehnwörter verwendete, klar und verständlich zu sein. So finden sich Wörter wie fråga anstelle des einheimischen spörja, begynna statt börja, behaga und behaglig statt der einheimischen thäkkias und thäkkelig, måste statt måtte, ansikte statt anlete. Nicht nur die Bibel, auch viele Psalmen und Lieder basierten auf deutschen Vorbildern.

Bis spätestens 1540 hatte das Kanzleramt des dänischen Känigs sich komplett auf Hochdeutsch umgestellt. Insbesondere die lutherische Reformation öffnete einer Flut hochdeutscher Wörter und syntaktischer Einflüsse die Tür ins Skandinavische. Viele Männer der schwedischen Reformation waren in Deutschland ausgebildet worden. Hochdeutsch, das bis 1945 als Quelle von Entlehnungen und anderen sprachlichen Merkmalen Einfluss hatte, wird in einem gesonderten Artikel behandelt. Es wird an dieser Stelle jedoch darauf hingewiesen, dass Entlehnungen aus dem Mittelniederdeutschen und aus MND Elementen gebildete Wörter nie in dem Umfang von Sprachpuristen thematisiert worden sind wie die späteren hochdeutschen Importe – viele können MND Wörter wohl nicht einmal als solche identifizieren, da sie derart in der Sprache verwurzelt sind.  

Da MND sich zunächst in der gesprochenen und erst später in der geschriebenen Sprache manifestiert haben wird, ist das Wissen um seinen genauen Werdegang begrenzt. Eine der größten Kontroversen in diesem Bereich ist, ob die Lehnwörter im Schwedischen nun durch das Dänische eingeführt wurden oder direkt aus dem MND kamen. Für einige wenige Wörter wie bagare weisen die Formen im Schwedischen darauf hin, dass sie über das Dänische kamen. Allerdings steht das Urteil für die Mehrzahl der Wörter noch aus, bis detailliertere Studien abgeschlossen worden sind. Diese kontroverse, aber sehr bedeutende Fragestellung kann an dieser Stelle daher nicht weiter vertieft werden.

Wie auch immer ihr Werdegang gewesen sein mag – aus dem MND stammende Wörter können gegen Ende des 16. Jahrhunderts selbst in ländlichen schwedischen Dialekten nachgewiesen werden, und Untersuchungen von Lennart Elmevik belegen, dass die Dialekte weitaus stärker von ND durchdrungen waren als bisher angenommen.

Ab 1600 waren die MND Lehnwörter so gut angepasst, dass nur wenige Sprecher sich bewusst waren, dass diese Wörter ausländischen Ursprungs waren (im Gegensatz zu vielen späteren hochdeutschen Entlehnungen, die aus den Sprachen eliminiert wurden). Heutzutage erkennen unter den Sprechern skandinavischer Sprachen nur Sprachwissenschaftler, dass diese Wörter MND Ursprungs sind.

Wenn Esaias Tegnér der Ältere (1782-1846) in seinem Gedicht Språken (1817) Schwedisch als „Ärans och hjältarnas språk!” bezeichnet, war er sich offensichtlich nicht der Ironie bewusst, dass allein in diesem Satz drei Substantive (êre, helt, sprâke) aus dem MND stammten.

**

*HINWEIS: Diese Listen können nur einige der gebräuchlichsten, wichtigsten oder anderweitig interessanten MND Entlehnungen darstellen. Es gibt unzählige, und ganze Bände sind mit ihnen gefüllt. Absichtlich ausgeklammert sind fachbezogene Ausdrücke, etwa aus dem Bereich von Fischerei und Seefahrt, aber auch einige naturwissenschaftliche Begriffe. Alle in den Listen vorgestellten Wörter sind nach dem Wissensstand des Autors immer noch in allen oder wenigstens einer skandinavischen Sprache aktuell – und die Listen geben die modernen Formen samt ihren heutigen Bedeutungen wieder. Entlehnungen aus dem MND in das Isländische und Färöische sind hingegen ein gesondertes und komplexeres Thema und werden in einem späteren Artikel behandelt. Einige allgemeine Hinweise über die Aufnahme niederdeutscher Entlehnungen in die nordischen Inselsprachen erscheint an dieser Stelle jedoch angebracht.  

Isländisch und Färöisch erhielten weitaus weniger direkte Entlehnungen aus dem MND, was hauptsächlich auf ihre isolierte geographische Lage und ihre Handelsabkommen mit Norwegen und später Dänemark zurückzuführen ist. Die meisten Entlehnungen in diese nordatlantischen Sprachen kamen daher indirekt durch das Norwegische oder (vor allem) Dänische. Es gab zwar weniger Entlehnungen in das Isländische als in die festlandskandinavischen Sprachen, aber diejenigen, die es gab, wurden bis ins 17. Jahrhundert, als das Blatt sich gegen sie wendete, mit Vorliebe in der gelernten Schriftsprache verwendet. Diese Entlehnungen (sowie diejenigen, die hauptsächlich festlandskandinavischen Ursprungs waren) wurden später zunehmend als schädlich und unnötig angesehen. Diese Einstellung gipfelte im letzten Jahrhundert in der hreintungustefna (Politik des Sprachpurismus), welche bis heute die Kriterien für die Aufnahme eines Fremdworts im Isländischen definiert. So wurden viele durch das Dänische eingeführte niederdeutsche Entlehnungen und rein dänische Wörter zugunsten einheimischer Wortbildungen aus der Sprache entfernt, und die meisten aus den ursprünglichen Importen entlehnten produktiven wortbildenden Elemente wurden aus der Schriftsprache ausradiert. Das Ergebnis ist ein unverfälschtes, aber sehr anderes Isländisch als das des 17. Jahrhunderts und zuvor. Ähnliches kann im Hinblick auf die leidenschaftlicheren Anhänger des norwegischen Nynorsk beobachtet werden, welche die niederdeutsche „Einmischung“ zu minimieren suchen. Die Lage im Färöischen ist sehr viel komplizierter, da diese Sprache immer noch unter dem beträchtlichen Einfluss des Dänischen steht. Zwar gibt es auch dort eine Bewegung zugunsten einer weniger durchmischten Sprache, allerdings ist deren Einfluss sehr viel geringer. Daher ist der niederdeutsche Einfluss auf den färöischen Wortschatz (überwiegend durch das Dänische) deutlicher, aber nicht zu vergleichen mit den festlandskandinavischen Sprachen.  

Einige der in den untenstehenden Listen aufgeführten Wörter sind Element-Lehnübersetzungen (z. B. domkyrka aus MND dôm und (ursprünglich) AN kirkja), aber diese werden als wichtig oder interessant ebenfalls angeführt).

Die mittelniederdeutschen Formen sind mit Zirkumflexen als Häkchen zur Anzeige langer Vokale dargestellt, da in einem HTML-Text keine Längestriche dargestellt werden können.  

In vielen Fällen dürften vermeintlich aus dem Mittelniederdeutschen stammende Wörter in den skandinavischen Sprachen enger mit den entsprechenden Formen des modernen Niedersächsisch verwandt sein als mit den aus schriftlichen Quellen bekannten mittelniederdeutschen Formen. Dies ist besonders auffällig, wenn Vorderzungenvokale (y, ö/ø und ä/æ/e) mit Vorderzungenvokalen im ModNS korrespondieren (ü/üü, ö/öö, ä/ää e/ee), während dies in der mittelniederdeutschen Schriftsprache Hinterzungenvokale sind (u/û, o/ô, a/â). Andere Entlehnungen aus dem MND in den skandinavischen Sprachen ähneln ihren Verwandten im ModNS stärker als im geschriebenen MND. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese Lehnwörter aus gesprochenen niedersächsischen Dialekten entlehnt wurden, bei denen die Vokalveränderung (Umlautung) und andere Veränderungen bereits stattgefunden hatten, während dies zu jener Zeit noch nicht von der standardisierten und vermutlich konservativeren Schriftsprache wiedergegeben wurde. Darüber hinaus enthüllen Vergleiche zwischen den skandinavischen Formen und den ModNS Formen in einigen Fällen, dass es mehr als einen MND Geberdialekt gab. So ist das schwedische Wort sedel mit ModNS Zedel verwandt, während das dänische Äquivalent seddel mit der ModNS Variante Zeddel verwandt ist. Aus diesem Grund werden verwandte Formen im ModNS und, wo als notwendig erachtet, modernen Niederländisch (NL) zu Vergleichszwecken hinzugefügt. Dieser Vergleich beschränkt sich auf eigentliche verwandte Formen, also direkt übereinstimmende Wörter, und bedeutet nicht, dass es keine nahverwandten Wörter gibt. Ein verwandtes Wort muss nicht zwangsläufig die gleiche Bedeutung wie das skandinavische Lehnwort haben.

ModNS besteht aus vielen verschiedenen Dialekten und hat bis heute keinen Standarddialekt und keine Standardorthographie. ModNS Formen werden hier als deutscher niedersächsischer Dialekt in konventioneller deutscher Orthographie wiedergegeben. Ein langer Vokal wird durch einen einzelnen Buchstaben wiedergegeben, wenn er sich in einer offenen Silbe befindet (z. B. Damen) und durch einen Doppelbuchstaben, wenn er sich in einer geschlossenen Silbe (z. B. Daam) oder vor mindestens zwei Konsonanten (z. B. Paaschen) befindet. Ein langes /i/ ist immer als ie dargestellt. Deutsche Rechtschreibung unterscheidet lange Vokale von Diphthongen nur optional durch ein Häkchen (Ogonek) unterhalb von e und ö, um lange Monophthonge zu kennzeichnen. Dies wird jedoch selten angewendet. Anstelle eines Häkchen wird hier ein Buchstabe, welcher einen langen Vokal repräsentiert, unterstrichen, z. B. beden [be:dn] ~ [bE:dn] ‘bitten, beten’ vs. beden [bEIdn] ~ [baIdn] ‘bieten’, Kööm [kø:m] ‘Kümmel’ vs. kööm [kœIm] ~ [kOIm] ‘kam’, Toon [to:n] ‘Ton’ vs. Book [bouk] ~ [bauk] ‘Buch’. Ein Apostroph nach einem Konsonanten zeigt an, dass wo ein früheres -e verschluckt wurde, gedehnt wird: Der Konsonant wird nicht wie üblich verhärtet, und der vorhergehende Vokal oder Diphthong ist übermäßig lang.  

 

* Hinweis: Eine Anzahl möglicher MND Entlehnungen erscheint auch in dem Artikel zu hochdeutschen Entlehnungen in den skandinavischen Sprachen desselben Autors.

 

1 - NOMEN

(Die angegeben Daten beziehen sich auf das erste Erscheinen im Schwedischen).

*Alle Entlehnungen, wenn nicht anders angegeben, werden dem Mittelniedersächsischen (MNS) zugeschrieben.

Schwedisch

Dänisch

Deutsch

MNS

Altnordisch

Mod. NS od NL

------

bødker

Böttcher

bödiker

 

 

------

forskel

Unterschied

vorschel

munr

Verscheel, Verschääl

------

forsæt

Vorsatz, Absicht

vorsat

mál, ætlan

Vörsatt (Entscheidung, Plan)

------

fætter

Vetter

vedder

frændi

Vedder

------

kok

Koch

koch

 

 

------

køgemester

Meisterkoch

kôkenmester

 

 

------

maler

Maler

 

 

Maler

------

optog

Aufzug, Aufmarsch

optoch

 

---

 

pebersvend

Junggeselle

 

 

 

------

taske

Tasche

tasche

 

Tasch

------

tæppe

Teppich

teppet

 

 

------

udtog

Auszug, Abstract

ûttoch

 

Uttog

adel

adel

Adel

adel

 

Adel

akt

agt

Akt, Dokument

âcht

rit; lög

Akt(e); akte (NL)

allvar

alvor

Ernst

alwâr

alvara (MND Entlehnung)

(alwaar ‘wobei’ (NL))

amma

amme

Amme

amme

 

Amm

amt
(1620)

amt

Amt, Bezirk

ambacht,
ammecht

 

Amt

andakt (ca. 1620)

andagt

Andacht

andacht

bænir

Andacht

andel

andel

Anteil

andêl

hlútr

Andeel

andrake

andrik

Enterich, Erpel

anderik

andarsteggr

---

anfall

anfald

Anfall

anval, aneval

áhlaup

Anfall

angrepp

angreb

Angriff

angrepe

áhlaup

Angreep

anhang
(1527)

anhang

Anhang

anhang

 

Anhang

ankomst

ankomst

Ankunft

ankumpst

koma, kváma

Ankumst

anrop

anråb

Aufforderung, Herausforderung, Aufruf

anrop

áskoran

Anroop (Anruf)

ansikte

ansigt

Gesicht

ansichte

andlit

 

anskri

anskrig

Aufschrei, Geheul

anschrî

óp, öskr

---

anslag

anslag

Auswirkung; Schätzung; Veranschlagung

anslach

ætlan

Anslag, Anslach

anspråk

------

Forderung

ansprake

kröf

Anspraak

anstöt

anstød

Anstoß

anstôt

afbrot

Anstoot

antal

antal

Anzahl

antal

tala

aantal (NL)

antal

antal

Anzahl

antal

tal

Antall, Antaal

arbete

arbejde

Arbeit

arbeit

erfiði

Arbeid

armod

armod

Armut

armôt, armôde

fátækð

Armood

art

art

Art

art

tigund, kyn

Aard, Aart, Oort

avdelning

afdeling

Abteilung

afdêlinge

deild

afdeling (NL)

avlösning

afløsning

Erlösung, Auflösung

aflosinge

 

 

bagare

bager

Bäcker

bakker

 

Backer

bedrift

bedrift

Betrieb

bedrif

afrek, dáð

Bedriev, Bedrief

bedrövelse

bedrøvelse

Traurigkeit, Betrübnis

bedrôvenisse

 

 

befallning

befalning

Befehl

 

 

Befehl

befordring

befordring

Beförderung

 

 

 

begrepp

begreb

Begriff

begrîp, begrêp

 

Begreep

begär

begær

Begehren

beger

þrá, lyst

Begehr

behag

behag

Behagen

behach

lyst, ánægja

Behaag, Behaach, Behagen

behov

behov

Bedarf

behôf

þorf

behoef (NL)

behov

behov

Bedarf

behôf

þörf, nauðr

---

behåll

behold

Aufbewahrung

beholt

geymsla, varðveizla

---

bekymmer

bekymring

Sorge, Kummer

bekumberinge

áhyggja

 

belevenhet

------

Höflichkeit, gutes Benehmen

belewtheit

kurteisi

---

belopp

beløb

Menge, Betrag

belôp

 

beloop (NL)

beläte

billede

Bild

bilde, belde

mynd

Bild; beeld (NL)

beråd

beråd

Dilemma, Zwickmühle

berât

tvímæli, tvísýni

---

besked

besked

Bescheid

beschêd

boð

Bescheed

beslag

beslag

Beschläge, Zubehör

beslach

 

Beslag, Beslach

beslut

beslutning

Beschluss

beslut

ákvæði

Beslutt

bestyr

(bestyrelse)

Beschäftigung, Besorgung, Mühe, Arbeit

bestür

verk, stjórn, viðskipti

Bestüür

bestånd

bestand

Bestand, Lager

bestant

birgðir

Bestand

beställning

bestilling

Bestellung

 

 

 

besättning

besættelse

Beschäftigung

besettinge

hernám

bezetting (NL)

betryck

betryk

Bedrückung, Bedrücktheit

bedruck

nauð

---

bevillning

bevilling

Bewilligung

bewillinge

veiting

---

bevis

bevis

Beweis

bewîs

sannindi

Bewies

bevåg (ca. 1540)

------

Befugnis

bewach

ábyrgð

---

bihang

------

Anhang

bîhank

viðauki 

 

bilaga

bilag

Anhang, Anlage

bilage

 

Bi(e)lage, Bi(e)laag'

bild

billede

Bild

bilde, belde

mynd

Bild; beeld (NL)

bisittare

bisidder

Beisitzer, Beobachter

bisitter

 

Bisitter

bislag

bislag

Veranda

bislach

 

Bislag, Bislach

blick
(ca. 1593)

blik

blicken

blick

ásyn

 

borgare

borger

Bürger

borgere

 

Börger

borgmästare

borgmester

Bürgermeister

borgermêster

 

Börgermeester

bovete

boghvede

Buchweizen

bôkwête

 

Bookweten

brännvin

brændevin

Branntwein

bernewîn

 

Brandwien

bukt

bugt

Bucht

bucht

vík

Bucht

bult

bolt

Bolzen

bolte

 

Bult, Bült

burskap

borgerskab

Bürgerschaft

bûrschap

borgarlýðr

 

byxa

bukse

Hose

buxe

 

Büx(e), Bux(e)

bålverk

bolværk

Bollwerk

bolwerk (MND)

 

Bollwark
bolwerk (NL)

båtsman

bådsmand

Bootsmann

bôtsman

bátsmaðr

Bootsmann

bädd

-------

Bett

bedde

rúm, sæng

Bedd, Bett

bägare

bæger

Bäcker

beker

bakari

Backer, Bäcker

bäver

bæver

Bieber

bever

bjórr

Bever, Bewer

bödel

bøddel

Henker

bodel, boddel

 

Bödel, Bodel

börs

børs

Börse

börs (ND), burse (MND)

fjárfundr, sjóðr

Börs(e) (‘Geldbeutel’, ‚Börse, Aktienmarkt‘)

bössa

bøsse

Büchse

busse

 

Büss(e), bus

?

bøssemager

Büchsenmacher

?

------

 

del

del

Teil

dêl, deil

hlutr

Deel

dikt

digt

Gedicht

dichte

kvæði

 

docka

dok

Dock

MNL dok, MND docke

 

 

domherre
(1640)
(heute domare)

domherre
(heute dommer)

Richter

dômherre

dómsmaðr

Doomherr

domkyrka

domkirke

Domkirche

dôm (MND) +
kirkja (AN)

dómkirkja

Dookark

dop

dåb

Taufe

dope

 

 

drake

drage

Drache

drake

dreki

Drake

dryckenskap

drukkenskab

Trunkenheit

drunkenschap

drykkjuskapr

 

dräkt

dragt

Tracht, Kleid

dracht

umbúningr, klæði

Dracht

dunder

dunder

Donner

dunner

 

 

dust

dyst

Kampf, Gefecht

dust, diest

bardagi

 

däck

(ca. 1690)

dæk

Deck

dek (ND od NL)

 

 

döp

dåb

Taufe

dôpe

skírn

Dööp

ebb
(1787)

ebbe

Ebbe

ebbe (NL)

fjarra

Ebb; eb(be) (NL)

egendom

ejendom

Eigentum

êgendôm (MND)

eign

Egendoom

egendom

ejendom

Eigentum

egendom

eign, bú

Egendom

elände

-------

Elend

ellende

aumleikr

Elend

endräkt

endragt

Eintracht

eindracht

samræði, samhljóðan

Eendracht

-eri

-eri

(Suffix für die Bildung von Nomen Agentis)

-erîe

 

-eree, -erie

fack

fag

Fach(richtung)

vak (MND)

 

Fack

fadder

fadder

Pate

vadder

 

 

falk

falk

Falke, Habicht

valke

haukr, fálki

Falk(e)

fals

fals

Falschheit, Betrug

vals

lygi

falsch

falskhet

falskhed

Falschheit, Lüge

valschheit

 

Falschheit 

fana

fane

Fahne

vane

merki

Faan, Fahn

fara

fare

Gefahr

vâre

hætta

Faar, Fahr

fartyg

fartøj

Fahrzeug

fartüg (MND)

skip

Faartüüg, Fahrtüüg

feber

(ca. 1533)

feber

Fieber

feber

 

 Fever, Fewer

fejda

fejde

Fehde, Streit, Krieg

veide

stríð, ófriðr

Fede, Feed'

fel
(ca. 1520)

fejl

Fehler

feil, fegel

villr

Feel

fett

fedt

Fett

fett
(MND)

feitr

Fett

ficka

-----

Tasche

ficke

 

Fick

fiol

fiol

Geige, Violine

viole

 

 

flagg
(1605)

flag

Flagge

flagge (MND) od vlag (NL)

 

Flagg(e)

flykt

flugt

Flucht

vlucht, vlücht

flótti

Flucht, Flücht

flöjt

fløjte

Flöte

flöite

 

 

fogde

foged

Vogt

voget

sýslumaðr

Voogt

fotfolk

fodfolk

Fußvolk

vôtvolk

fótgönguherr

 

fotgängare

fodgænger

Infantrist
(heute "Fußgänger")

vôtgenger

fótgöngumaðr

 

frakt
(1524)

fragt

Fracht

vracht

farmr

Fracht

fru

frue

Frau, Dame

vrouwe

kona

Fru, Fro

frukost

frokost

Frühstück
(dän. =„Mittagessen")

vrôkost

 

Fru(h)kost
Frö(h)kost

frukt

frugt

Frucht

vrucht

 

Frucht

fruktan

frygt

Furcht

vruchte

hræzla, ótti

Forcht, Furcht

fröken
(1560)

frøken

Fräulein

vrouwekin, vrouken

 

 

fukt

fugt

Feuchte

vucht

 

 

fullmakt

fuldmagt

Vollmacht

vulmacht

yfirskipan

Vullmacht
Vollmacht

fullmäktig

fuldmægtig

Bevollmächtigter

vulmechtich

forstjóri

Vullmacht

furste

fyrste

Fürst, Prinz

vorste, vurste

vísir

 

furstinna

fyrsteinde

Fürstin, Prinzessin

vorstinne

dróttning

Förstin

fyr

fyr

Feuer

vûr, vuer

eldr

Füür

fält

felt

Feld

velt

 

Feld

fängelse

fængsel

Gefängnis

vengnisse

fangelsi

 

färg

farve

Farbe

varwe, varve

litr

Farv(e)

fästning

(ca. 1630)

fæstning

Festung

vesteninge

 

 

föga

(falla till föga)

føje

(falde til føje)

Entstehung, Ursache; Fügung

(sich einer Sache fügen, kapitulieren, aufgeben)

vôge

(in de vôge fallen)

örsok 

 

fönster (verdrängte aschwed. vindögha)

------

Fenster

vinster, venster

gluggr

Finster, Fenster

förakt

foragt

Verachtung

voracht

 

---

förbud

forbud

Verbot

vorbot

 

 

förbund

forbund

Verbund

vorbunt

lag, samfélag

Verbund

fördel

fordel

Vorteil, Gewinn

vordêl

gagn

Fördeel

fördrag

------

Vortrag

vordrach

 

verdrag (NL)

förekomst

forekomst

Vorkommnis

vorkumpst

 

---

föreståndare

forstander

Vorsteher

vorstender

forstjóri

---

förfall

forfald

Verfall, Niedergang

vorval

niðrfall

Verfall

förfång

------

Vorurteil

vorvank

 

---

förgift

forgift

Gift

vorgift

eitr

---

förgängelse

(forgængelighed)

Korruption, Bestechung

vorgenknis

spilling

---

förhänge

forhæng

Vorhang

vorhenge

tjald

Vörhäng

förhör

forhør

Verhör

(vorhören)

 

 

 

förköp

forkøb

Verkauf

vorkôp

 

Verkoop

förlopp

forløb

Verlauf

vorlop

 

 

förlov

forlov

Erlaubnis

vorlôf

leyfi

Verlööv, Verlööf

förlust

------

Verlust, Schaden

vorlust

tapan, skaði

Verlust

förnuft

fornuft

Vernunft

vornuft

skynsemd

 

förräder

forræder

Verräter

vorrêder

svikamaðr

Verrader, Verräder

förstånd

forstand

Verstand, Vernunft

vorstant

vitsmunr, skynsemd, samvizka

Verstand

förtret

fortræd

Verdruss, Schaden

vordrêt

skapraun; skaði

Verdreet

gaffel

gaffel

Gabel

gaffel(e)

 

Gaffel

garvare

garver

Gerber

garwer, gerwer (ND)

sútari

Garver

gemål

(ca. 1565)

gemal

Gemahl

gemâl

maki

 

gesäll

gesel

Geselle

geselle

 

Gesell(e)

gevär
(1620)

gevær

Gewehr

gewêre

 

Geweer, Gewehr

gikt

(ca. 1578)

gigt

Gicht

gicht, jicht

 

Gicht, Jicht

greve

greve

Graf

greve, grave

jarl

Graaf
Greef

grevinna

grevinde

Gräfin

grevinne

greifinna

(Gräfin)

gräns

grænse

Grenze

grense, grenitze

merki

Grenz(e), Grenß(e)

gunst

gunst

Gunst, Gnade

gunst

náð

Gunst

gåva

gave

Gabe, Geschenk

gâve

gjöf; giäf (altschwed.)

Gaav', Gave

-gängare

-gænger

-gänger, -geher

-genger, -ginger

fótgöngmaðr

-gänger

haj
(1674)

haj

Hai

haai

 

Hai

handel

handel

Handel

handel

 

 

handske

handske

Handschuh

hantschô, hantsche

hanzki

Handsch(e)

handskmakare

handskemager

Handschuhmacher

 

 

 

hantwerk
(1540)

håndværk

Handwerk

hantwerk

iðn

Handwark;
handwerk (NL)

hast

hast

Hast, Eile

hast

skynding, skyndir

Hast

helgon (Pl.)

helgen

Heilige

thie hêlagon (altsächs.)

 

 

herre

herre

Herr

hêrre (MND)

maðr, karlmaðr

Herr

herrskap

herskab

Herrschaften

hêrschop, hêrschap

 

Herrschup(p)
Herrschop(p)

hertig

hertug

Herzog

hertoch, hertich

hertoga 

Hertog, Hertoch

hertiginna

hertuginde

Herzogin

hertochinne

 

 

hingst

hingst

Hengst

hinxt, hingest

hestr

Hingst

hjälte

helt

Held

helt

hetja

Held

hjältinna

heltinde

Heldin

 

 

 

hopp

håb

Hoffnung

hôpe (MND)

ván

hoop (NL)

hov

hof

Hof, vornehme Gesellschaft

hof

hirð

Hoff

högmod

hovmod

Hochmut

hogmôt

 

 

husgeråd

husgeråd

Haushaltsgeräte

hûsgerât

 

 

husman

husmand

Kleinbauer, Kätner

hûsman

smábóndi

 

hustru

hustru

Ehefrau

hûsvrouwe

húsfreyja

Huusfru, Huusfro

hytt
(1842)

hytte

Hütte

hütt, hütte (ND)

 

Hütt

häkte

hægte

Haft

hechte

varðhald

hecht; haft (NL)

härbärge

herberg

Herberge, Unterkunft

herberge

gisting

Harbarg;
herberg (NL)

härkomst

herkomst

Herkunft

herkumpst

ætterni

Herkumst, Herkomst

höft
(ca. 1538)

------

Hüfte

hûfte

mjöðm

Hüft(e)

högfärd

------

Hochfahrt

hôchvart

hégómadýrð

---

högmod

hovmod

Hochmut, Stolz

hogemôt, homôt

dramb

Hoogmood
Hoochmoot

högmod

højmod

Großmut, Edelmut, Großzügigkeit, Freigebigkeit

hôgmôd

gjöfli

Hoogmood, Ho(o)chmoot

hökare (1693)

høker

Höker

höker (ND)

 

Höker 

hövitsman

høvedsmand

Hauptmann

hôvetman

 

hoofdman (NL)

innbyggjare

indbyggere

Einwohner

inbûwe

 

 

ingefära

ingefær

Ingwer

ingever

 

Ingwer, Engwer

inkomst

indkomst

Einkommen

inkomst

ávinningr

Inkumst

-inna

-inde

fem. substantivierendes Suffix

-inne, -in

 

-in

innandöme

------

Interieur, Innenraum

ingedöme

 

Ingedööm(Innereien)

inpass

indpas

Eingang

inpas

innganga

---

intrång

(indtrængen)

Eingriff, Eindringen

indrank

ágangr, yfirgangr

---

intåg

indtog

Einzug, Eingang

intoch

innganga

Intog, Intoch

invånare

indvåner

Einwohner

inwoner

íbyggjari

Inwa(h)ner
Inwohner

-----

isenkræmmer

Eisenkrämer

isenkremer

 

 

iver (1560)

iver

Eifer

îver

ákafi, kappi

Iewer, Iber

jakt

jagt

Jagd

jacht

veiðr

 

jungfru

jomfru

Jungfrau

juncfrouwe

mær

Jungfer, Jumfer
Jümfer

junker
(1788)

junker

Junker

junkman, jungman

jungherra

 

jägare

jæger

Jäger, Weidmann

jeger

veiðimaðr

Jager, Jäger

jämmer (1540)

jammer

Jammern, Elend

jammer

kveinkani

Jammer

kaj
(1807)

kaj

Kai

kaai (NL)

bryggja

Kai; kaai (NL)

kammare

kammer

Kammer

kamer

herbergi

Kamer

kamp

kamp

Kampf

kamp

bardagi, orrosta

 

kant
(1643)

kant

Kante, Seite

kant, kante

jaðarr

Kant

kappa

kappe

Mantel, Umhang

kappe

skikkja

Kapp(e)

kejsare

kejser

Kaiser

keiser

keisari

Kaiser

kista

kiste

Kiste

kiste

kista (Lehnwort)

Kist(e)

klensmed

klejnsmed

Kleinschmied, Schlosser

klensmede

 

 

klippa

klippe

Klippe, Fels

klippe

bjarg, klettr

klip (NL)

klocka

klokke

Glocke, Uhr

klocke (MND)

bjalla

Klock

kloster

kloster

Kloster

klôster

 

 

knape

------

Knappe, Jüngling

knape

sveinn, drengr 

 

knop

(ca. 1698)

knob, knop

Knoten

knoop (NL)

 

Knoop, Knop 

koffert

kuffert

Koffer

koffert

 

 

koger

kogger

Köcher

koker

örvamalr

Köker

kogg

kogge

Kogge (Seefahrt)

kogge

 

 

konst

kunst

Kunst

kunst, konst

list

Kunst

konstnär
(1538)

kunstner

Künstler

kunstener, kunstner

listamaðr

 

kopp
(1539)

kop

Tasse

kop, koppe

bolli

Kopp

kopparslagare

(kobbersmed)

Kupferschmied

koppersleger

koppari 

 

korg

kurv

Korb

korf

karfa (Lehnwort)

Korf

kort
(1587)

kort

Karte

kort (MND)

spjáld

Kaart, Koort

kost

kost

Kost, Speise

koste

 

 

kramp

krampe

Krampf

krampe

 

Kramp 

krans

krans

Kranz

kranz

 

Kranz, Krans 

krig

krig

Krieg, Streit

krîg

stríð

Krieg

kristen

kristen

Christ

kristen

kristinn

 

krog

kro

Krug, Taverne, Gasthof, Kneipe, Biergarten

krôch, krûch

ölhús

Kroog, Krooch

krona

krone

Krone

krône, krûne

 

Kroon

krus

krus

Krug

krûs

 

 

krut

krudt

Kraut, Schießpulver

krût

púðr

 

krämare

kræmmer

Krämer, Verkäufer

krêmer

 

 

krögare

(krovært)

Krüger, Gastwirt

kröger, kruger

 

Kröger 

krönika

krønike

Chronik, Annalen

kroneke

annáll

Krönk, Krünk

kungöra

kundgøre

Kundgebung, Verkündung

kunt maken

?

?

kunskap

kundskab

Kundschaft, Wissen

kuntschop

kunnusta

Kundschup(p)
Kundschop(p)

kunskapare

------

Kundschafter

kuntschopper

njósarmaðr 

 

kunst

kunst

Kunst

kunst

 

Kunst

kust
(1660)

kyst

Küste, Strand

kost (MND) od kust (NL)

strönd

Küst

kypare

(ca. 1669)

kyper

Kellner, Ober

kûper

þjónn 

Küper, Kuper (‘Küper, Böttcher’); kuiper (NL)

kyskhet

kyskhed

Keuschheit

kûschheit

hreinlífi, hreinleiki

Kuuschheit

källare

kælder

Keller

kelleri (altsächs.)

 

Keller

köpman

købmand

Kaufmann

kôpmann

 

Koopmann

kök

køkken

Küche

koke, kokene

eldhús

Köök, Köken

köksmästare

køgemester

Meisterkoch

kôkenmester

 

 

köpenskap

------

Handel

kopenschap

verzlan 

 

körsbär

kirsebær

Kirsche

kersebere

 

Ka(r)sbeer(e) 

lamp

lampe

Lampe

lampe

lampi

Lamp

lekman

lægmand

Laie

lêkmann

leikmaðr

 

lots

lods

Lotse

lots

?

Loots

luder

luder

Luder, Hure

luder

 

 

luft
(1630)

luft

Luft

luft

lopt

Luft

lukt

lugt

Geruch

lucht

 

Lucht

lycka

lykke

Glück

lucke

hamingja, gæfa

 

låda

lade

Lade, Schachtel

lade

 

Laad'

långsax

langsaks

langes Schwert, Messer (typische skand. Waffe des MA)

lanksax (MND)

sax

 

län

len

Lehen

lên

lén

Leen, Lehn

lärjunge

------

Lehrling, Schüler

lêrjunge

lærisveinn

Leerjung, Lehrjung
Liehrjung

lärka

lerke

Lerche

lêwerike

lævirki

Lewark

-makare

-mager

-"macher"

-maker

 -smiðr

-maker

makt

magt

Macht

macht

máttr, veldi

Macht

malström

malstrøm

Mahlstrom

maalstroom (NL)

röst

maalstroom (NL)

manskap

mandskab

Mannschaft

manschap

skipan

Mannschup(p)
Mannschop(p)

markgreve

markgreve

Markgraf

markgrêve

markgrefi

 

marskalk

marskalk

Marschall

marschalk

 

maarschalk (NL)

marskland
(1713)

marskland

Marschland

marsch, mersch

mýrr

Marsch

mist
(1750)

------

Nebel

mist (MND) od
mist
(MNL)

 

Mist; mist (NL)

munk

munk

Mönch

monik, monk

munkr

Mönk

murare

murer

Maurer

 

 

 

mynt

mynt, mønt

Münze

munte, monte

peningr

Münt

målare

maler

Maler

maler

 

Maler

måltid

måltid

Mahlzeit

mâltîd

máltíð

Maaltied

måtta

måde

Mode, Art

mâte

háttr

Maat

människa

menneske

Mensch

mennisco (altsächs.)

maðr

 

märs

mærs

Marssegel

marse, merse

 

Mars 

mästare

mester

Meister, Herr

meister, mêster

meistari

Meester

mönster

mønster

Muster

munster

 

Munster 

mössa

mytse

Mütze, Haube

mutze, musse, musche

húfa

Mütz(e)

narr
(1614)

nar

Narr

narre

 

Narr

näktergal

nattergal

Nachtigall

nachtegale

 

 

nederlag

nederlag

Niederlage

nedderlage

úsigr

Nedderlaag'

nytta

nytte

Nutzen, Gewinn, Vorteil

nûtte

gagn, nytsemd

Nütten

nåd

nåde

Gnade

gnâde (MND)

miskunn

Gnaad'

omständighet
(1530)

omstændighed

Umstand

ummestendicheit

tilstaða

 

orlov

orlov

Urlaub

orlof

leyfi

---

orsak

årsag

Ursache

orsake

 

Oorsaak

ort
(1535)

------

Ort

ort

staðr

Oord, Oort

ovetenhet

uvidenhed

Unwissenheit

unwetenheit

úkunnandi, fákunnasta

unwetenheit 

pack
(1535)

pak

Pack, Pöbel

pak

 

Pack

pansar

panser

Panzer

panser

 

 

pant

pant

Pfand

pant

 

 

papir

papir

Papier

pappîr

 

 

par

par

Paar

pâr

par

Paar

pil

pil

Pfeil

pîl

ör

Piel

plats

plads

Platz

plâtse, plâtze

staðr

Plaats, Platz

plikt

pligt

Pflicht

plicht

skuld

Plicht

plåga

plage

Plage, Leiden

plâghe

þjáning

Plaag'

prakt
(1550)

pragt

Pracht

pracht

dýrð

Pracht

pris

pris

Preis

pris

verð

Pries

prov
(1595)

prøve

Prüfung

prôve

tilraun

Proov'

pränt

prent

Ausdruck, Abschrift

prente

 

 

präst

præst

Priester

prêstar (altsächs.)

prestr

Preester, Preister

pump

pumpe

Pumpe

pumpe

 

Pump

påska

påske

Ostern

pasche

páskar

Paasch(en)

påve

pave

Papst

pâwes, pâwest

páue

 

päls
(1560)

pels

Pelz, Fell

pels, pletz

feldr

Peltz, Pelß

redskap

redskab

Gerätschaft

rêdeschap (ND)

verkfæri

Reedschopp, Reedschupp, Reschopp

resa

rejse

Reise

reise

ferð

Reis', Reise

riddare

ridder

Ritter

ridder

riddari

Ridder

rim

rim

Reim

rîm

rím

Riem

rock

rok

Rock, Mantel

rock

 

Rock

roder

ror

Ruder

rôder, rôr

 

roer (NL)

rov

rov

Raub, Beute

rôf

herfang

Roof

ryggsäck

rygsæk

Rucksack

rugensak

 

Rucksack (HD)

rykte

rygte

Gerücht

ruchte, rochte

frægð, orðstírr, orðrómr

 

ryttmästare

(16. Jh.)

-------

Rittmeister

ritmêster

 

ritmeester (NL)

rådhus

rådhus

Rathaus

râthûs

 

Raadhuus
Raathuus

rådman

rådmand

Stadtrat

râtman

sveitarmaðr

Raatsmann, Raadsmann

rådsherre

rådsherre

Ratsherr, Senator, Hofrat

râthêre

 

Raadsherr
Raatsherr

råtta

rotte

Ratte

rotte

 

Rott

räkenskap

regningskab
(heute regnskab)

Rechenschaft, Rechnungslegung, Buchführung, Buchhaltung

rekenschop

 

Rekenschup(p)
Rekenschop(p)

ränta

rente

Rente, regelmäßige Einkünfte, Zins

rente

 

 

rättighet

rettighed

(Vor-)Recht

rechticheit

réttindi, réttr

 

rövare

røver

Räuber

rôver

þjóðr, raufari

Röver

sadelmakare

sadelmager

Sattler

sadelmaker

söðlari

Sad(d)elmaker

sedel

seddel

Zettel

sedel, cedele

 

Zedel, Zeddel

sinne

sind

Sinn, Stimmung, Temperament

sin

hugr, geð, skap

Sinn

själ

sjæl

Seele

siala (altsächs.) od
siele
(altfries.)

sál

Seel

självsvåld

------

Mutwille, Willkür, Vorsatz, Eigensinn, Selbstherrlichkeit

sulfwalt

 

---

skilling

skilling

Schilling

schilink

skillingr

Schilling

-----

skik

Brauchtum, Sitte

schick

 

 

skinka

skinke

Schinken

schinke

svínaflesk

Schinken

skinnare

skinder

Enthäuter, Abdecker, Kürschner

 

 

 

skola

skole

Schule

scôla (altsächs.)

skóli

School

skomakare

skomager

Schuhmacher

schômaker, schômeker

skósmiðr

Scho(h)maker

skorsten

skorsten

Schornstein

schorstein

skorsteinn (Lehnwort)

Schösteen

skräddare

skrædder

Schneider

schrâder, schrôder

skraddari

Schrader, Schröder (Nachname)

skuldra

skulder

Schulter

schulder(e)

öxl

Schuller

skytt

skytte

Schütze

schutte

 

schutter (NL)

sköldpadda

skildpadde

Schildkröte

schildepadde, schiltpadde (ND)

 

 

skört

skørt

Rock, Schürze

schört

 

 

skåp

skab

Schaft, Schrank

schap

 

Schapp

skällsord

skældsord

Scheltwort, Schimpfwort

scheldewort

bannan

 

skänk
(1530)

skænk

Geschenk

schenke

gjöf

 

slag

slag

Schlag, Sorte

slâg

tigund, háttr

Slag, Slach

slaktare

slagter (ersetzte kødmanger)

Schlachter

slachter

 

Slachter

slang

slange

Schlange, Schlauch (dän.)

slange

 

Slang

slott

slot

Schloss

slot

höll

Slott

slut
(1610)

slut

Schluss

slût

lok, endi

 

släkt

slægt

Geschlecht

slechte

ætt

 

smak

smag

Geschmack

smak, smake

 

Smack

smitta

smitte

Infektion, Schaden

smitte, smette

mein 

 

smärta
(1670)

smerte

Schmerz

smerte

verkr

Smart, Smatt

snaps
(1800)

snaps

Schnaps, Branntwein

snaps (NL)

 

Snaps

snickare

snedker

Schnitzer

sniddeker

trésmiðr

Snieder 'tailor'

socka

sok

Socken

socke

leistr

Sock

socker

sukker

Zucker

sucker

 

Zucker, Sucker

spann
(1680)

spand

Spanne, Weite, Dauer

span

 

Spann

spegel

spejl

Spiegel

spêgel, spiegel

 

Spegel; spiegel (NL)

spel

spil

Spiel

spil, spel

leikr

Speel, Spill, Spell

språk
(1535)

sprog

Sprache

sprâke

mál, tunga

Spraak, Spro(o)k

späck

spæk

Speck

spek

 

 

stallmästare

staldmester

Stallmeister

stalmêster

 

stalmeester

stam

stamme

Stamm

stam

ættbálkr

Stamm

stift
(1550)

stift

Stift, Diözese

stift, steft

 

Stift

straff

straf

Strafe

straffe

hegning, refsing

Straaf

strumpa
(ca. 1585)

strømpe

Strumpf

strumpe

sokkr

Strump

stråle

stråle

Strahl

strâle

geisl

Straal, Strahl

stråt

stræde

Straße

strâte

 

Straat, Stro(o)t

styrbord
(1687)

styrbord

Steuerbord

stûrbort

stjórnborði

Stüürbord

styrman

styrmand

Steuermann

stûrman (MND)

stýrimaðr

Stüürmann

stånd

stand

Zustand, Lage

stant

 

Stand

ståthållare

stadholder

Statthalter

statholder, stedeholder

 

stedehouder (NL)

stämma
(1580)

stemme

Stimme

stemne, stemme

rödd

Stimm; stem (NL)

stötta
(1670)

støtte

Stütze

stutte

stoð

Stütt

stövel

støvle

Stiefel

stevel

 

Stevel, Stebel

sump
(1525)

sump

Sumpf

sump, sumpt

fen, mýrr

Sump

svaghet

svaghed

Schwäche

 

 

 

svalg

svælg

Rachen

swalch

kverk

 

svåger

svoger

Schwager

swâger

mágr

Swager

svägerska

(ca. 1633)

(frühneudänisch svogerske)

Schwägerin

swegersche

mágkona

Swegersch(e), Swägersch(e)

svärdfejare

sværdfeger

Schwertfeger (schwed.)
Schwertmacher
(dän.)

swertveger

sverðskriði

 

sylta

sylte

Sülze

sulte

 

zult (NL)

såpa

sæbe

Seife

sepe

 

 

sälhund

sælhund

Seehund

selhunt

selr

Saalhund

sällskap

selskab

Gesellschaft

selschop, selschap

félag

Sellschup(p)
Sellschop(p)

tallrik

tallerken

Teller

tallorken

diskr

Teller, Töller (-ken Verkleinerung)

tavla

tavle

Tafel, Tisch

tafele, taffel

 

 

tegel

tegl

Ziegel

tegel

 

 

tidning

tidende

Nachrichten
(heute: “Zeitung" (schwed.))

tîdinge

frétt, tíðindi

Tieding(e)

tillbehör

tilbehør

Zubehör

tôbehöre

 

Tobehöör

tillflykt

tilflugt

Zuflucht

tôvlucht

skýli

Toflucht

tillfälle

tilfælde

Zufall, Fall, Thema, Beispiel

tôval

dæmi, mál, kostr

Tofall

tillgift

tilgift

Zusatz, Zugabe

tôgift

 

---

tillkomst

tilkomst

Anfang, Ursprung, Ankunft, Eintreffen

tôkumst

upphaf, uppruni, tilkoma

Tokumst, Tokunft

timmerman

tømmermand

Zimmermann, Tischler

timmerman

trésmiðr

Timmermann

tolk

tolk

Dolmetscher

tolk, tollik

 

tolk (NL)

torn

tårn

Turm

torn, tarn, toren

turn

Toorn

trappa

trappe

Treppe

trappe

 

Trapp

tryckeri

trykkeri

Druck, Druckerei

 

prentsmiðja

 

trots
(ca. 1600)

trods

Trotz, Hartnäckigkeit, Widerstand

trotz, tros

gagnstaða

Trutz, Trotz

tröja

trøje

Sweater, Pullover, Jacke

troie, troge

 

Troier

tukt

tugt

Zucht, Disziplin

tucht

agi

Tucht

tull

told

Zoll

toll

tollr

Toll

tvist

tvist

Streit, Twist

twist

deila

 

tvivel

tvivl

Zweifel

twîvel

vafi

Twiewel, Twievel
Twiefel

tvätterska

------

Wäscherin, Waschfrau

 

 

 

tyg

tøj

Zeug

tûch

efni; klæðnaðr, fat

Tüüg

tåg

tog

Zug

toch

lest

Tog, Toch

tält
(1680)

telt

Zelt

telt, telde

tjald

Telt

okyskhet

ukyskhed

Unkeuschheit

 

 

 

olycka

ulykke

Unglück

ungelucke

 

 

undersåte

undersåt

Untertan

undersâte

undirmaðr, þegn

---

undervisning

undervisning

Unterricht

unterwîsen

menntan, fræðinæmi

ünnerwiesen

upplopp

opløb

Auflauf, Menschenmasse, Unruhe

uplôp

hópr, þröng

Uploop

uppror
(1540)

oprør

Aufruhr, Empörung

uprôr

upprás

Uproor, Uprohr
Oprohr

uppsikt
(1525)

opsigt

Gefühl, Aufruhr, Eklat

upsicht

 

Upsicht, Opsicht

uppståndelse

opstandelse

Auferstehung, Aufstand, Aufruhr

upstannisse

upprisa; uppreisn

Upstand

uppsåt

------

Ziel, Zweck, Absicht

upsat

mál, ætlan

---

uppträde (ca. 1630)

optræden

Auftreten, Störung (schwed.); Auftreten, Verhalten

uptrede

 

---

ur
(1670)

ur

Uhr

ûre

 

Uhr (HD)

utgift

udgift

Ausgabe, Kosten

ûtgift

kostnaðr

U(u)tgift

utslag

udslag

Urteil, Verdikt, Fazit

ûtslacht

ákvæði

 

utträde

udtrædelse

Rücktritt

ûttrede

 

---

vakt

vagt

Wacht

wacht

vörðr

Wacht

vandel

vandel

Verhalten, Lebenswandel

wandel

hegðan

Wannel

vara

vare

Ware

ware

vara (Lehnwort)

Waar, Woor

varulv

varulv

Werwolf

warwulf, werwulf

varúlfr

Weerwulf, Wehrwulf

vederlag

vederlag

Vergütung, Entgelt

wedderlach, -lage

bót

 

vedermöda

------

Bedrängnis

weddermöde

 

---

vederpart

vederpart

Widerpart, Gegner

wedderpart

 

Wedderpart

vemod

vemod

Wehmut

wêmôt

 

 

verkmästare

værkmester

Werkmeister, Vorarbeiter

werkmêster

forráðamaðr, höfuðmaðr 

 

verkstad

værksted

Werkstatt

werkstede

 

Warksteed'

vetenskap
(1630)

videnskab

Wissenschaft

wêtenschap

vísendi

Wetenschup(p), Wetenschop(p); wetenschap (NL)

vikt

vægt

Gewicht

wicht, wichte

þyngð

Wicht

villkor

vilkår

Bedingung

willekor

formáli, skildagi, skilorð

 

vinkel

vinkel

Winkel, Ecke

winkel

horn

Winkel

vrak

vrag

Wrack

wrak

flak

Wrack

våffla
(1710)

vaffel

Waffel

wâfel (ND)

 

Waffel

våg

vove

Welle, Woge

wâge

bylgja

Wach, Wagg(e)

våning

våning

Wohnung

woninge, wounge

 

woning (NL)

väktare

vægter

Wächter

wechter

varðmaðr

Wächter

väpnare

væbner

Knappe, Waffner

wêpener

sveinn

 

värd

(ca. 1560)

vært

Wirt, Gastgeber

wert

gestgjafi

We(e)rt

värdinna

værtinde

Wirtin

werdinne

 

 

värv
(1560)

hverv

Aufgaben, Tätigkeit

wert, wart

 

Warf

väsen

væsen

Wesen

wesen, wesent

 

Wesen

vört
(1540)

urt

Kraut, Wurzel

werte, wert

jurt

 

ålderman

oldermand

Aldermann, Stadtältester

olderman

sveitarmaðr

Öllermann

ångest

angst

Angst

angest

 

Angst

äktenskap

ægteskab

Ehe

echteschop, -schap

hjúskapr

 

ängd (1541)

(egn)

Gebiet

jegen (ND)

svæði 

 

ära

ære

Ehre

êre

heiðr

Eer, Ehr, Ihr

äventyr

eventyr

Abenteuer

eventuren

ævintýr

Eventüür

ögonblick

øjeblik

Augenblick

ogenblick

augabragð

Ogenblick

örlog, örlig

orlog

Seeschlacht

orloge, orloch
orlech

stríð

Oorloog

överdåd (ca. 1670)

overdådighed

Fülle, Reichtum, Überfluss

overdât

munaðr

---

överenskommelse

overenskomst

Übereinkommen

overeenkomst

samþykt, sammæli

Övereenkumst, Öbereenkumst

överflod
(1610)

overflod

Überfluss

overvlôt

 

Överfloot

överhand

overhånd

Oberhand

overhant

gagn, hagr

Överhand, Öberhand

överhet (ca. 1541)

øvrighed

Obrigkeit

overheit (fnND)

yfirvöld

Överheed; overheid (NL)

övermod

overmod

Übermut, Hochmut, Stolz

overmôt

dramb, drambskapr

Övermood, Övermoot, Öbermoot

 

 

2 - ADJEKTIVE

(Die angegebenen Daten beziehen sich auf das erste Auftreten im Schwedischen).

*Alle Entlehnungen werden, wenn nicht anders angegeben, dem Mittelniedersächsischen (MNS) zugeschrieben.

Schwedisch

Dänisch

Deutsch

MNS

Altnordisch

Mod. NS od NL

 

 

 

 

 

 

------

alene

allein

alle(i)ne

einn, einsamall

alleen, allein

-----

bange

ängstlich

bange

hræddr

bange

------

belejlig

bequem, angenehm

belegelik

hentugr, þægiligr

---

------

fordrukken

betrunken

vordrunken

drukkinn

---

------

forkert

verkehrt

vorkêren

 

verkehrt

------

fornøden

vonnöten

van nôden

nauðsynligr

---

(försmadligt (Adv.))

forsmædelig

schmählich, schändlich

vorsmâdelik

fyrirlitligr

---

------

forsætlig

vorsätzlich

vorsetlik

 

---

------

gesvindt

geschwind

geswinde

 

 

------

gevaldig

gewaltig

gewaldich

 

 

------

indstændig

inständig

instendich

 

instännig

------

overhørig

ignoriert, überhört, übersehen

overhôrich

 

---

------

smuk

schmuck, schön, anmutig

smuck, smuk

 

smuck

------

udlændig

ausländisch, fremd

ûtlendich

útlægr

---

allvar

alvor

ernst

alwâr

alvarligr

 

avfällig
(1541)

affældig

abfällig, abtrünnig; altersschwach, heruntergekommen (dän.)

afvellich

 

afvallig (NL)

barmhärtig

barmhjertig

barmherzig

barmhertich

miskunnsamr

barmhartig

bedrövlig

bedrøvelig

traurig

bedrôvelik

hryggr, aumr

---

befaren

befaren

erfahren, bewandert

bevaren

 

---

behjälplig

behjælpelig

hilfreich, hilfsbereit

behelplik

hjálpsamligr

---

behändig

behændig

behände, geschickt

behendich

fimr

behändig, behänn, behann

behörig

behørig

(zu)gehörig

behôrich

tilhlýðiligr

---

bekant

bekendt

bekannt

bekent

kunnr

bekannt

bekväm

bekvem

bequem

bequême

þægiligr

bequeem

beredd

beredt

bereit

berêde

búinn

---

berömd

berømt

berühmt

aus MND berômen

 

 

beskedlig

beskeden

bescheiden

beschêden

 

 

beskäftig (ca. 1650)

(beskæftiget)

übereifrig, geschäftig

bescheftich

afskiptinn

---

beständig

bestandig

beständig

bestendich

 

 

besynnerlig

besynderlig

absonderlich

besunderlik, besunderich

 

(sünnerlich) 

betänklig

betænkelig

bedenklich, ernst, schwerwiegend

bedenklich

vandræðasamr

---

bevågen

bevågen

wohlwollend, günstig

bewogen

velviljaðr

---

billig

billig

billig

bilik, billich

 

billig

bister (ca. 1525)

bister

ruppig, verbiestert, grimmig

bister

grimmúðigr

 

bra

brav

gut, trefflich, tüchtig (schwed.); ehrlich, gut (dän.)

brav

 

 

dejlig

dejlig

schön, nett

degelik

unaðsamr

 

dov
(1710)

døv

taub

dôf

 

doov, doof

dristig

dristig

dreist

drîst, drîstich

djarfr

driest

duktig
(1665)

dygtig

tüchtig, fähig

duchtig, düchtig

 

düchtig

dunkel

dunkel

dunkel, düster

dunkel, dunker

dökkr

 

 

dusin

dutzend

dosin

 

 

egentlig
(1542)

egentlig

eigentlich

êgentlik
(MND)

 eiginligr

egenlik, egentlich

endräktig

endrægtig

einträchtig

eindrechtich

samhljóðr

 

enig

enig

einig

enig

samráða, samsáttr

enig, eenig

enkel
(1556)

enkel

einzig

ênkel, ênkelt

 

enkel

enständig (ca. 1630)

------

inständig, dringend

instendich

 

instännig

evig

evig

ewig

ewich

eilífur

ewig

falsk

falsk

falsch

valsch

ósannr, rangr

falsch

fin

fin

fein

fîn

fagr, ágætr

fien

flack
(1638)

flad

flach, eben

vlak

jafn

flack

flau
(1845)

flov

peinlich, verlegen

flau
(ND)

 

flau

flink
(1650)

flink

flink, geschickt;
nett, fleißig
(dän.)

flink
(ND)

hvass

flink

fri

fri

frei

vrî, vrîg

frjáls

frie, free

frisk

frisk

frisch

vrisch

nýr

frisch

from

from

fromm

vrome

guðrækinn

fraam, fromm

fruktbar

frugtbar

fruchtbar

vruchtbar

frjósamr

fruchtbar

främmande

fremmed

fremd

vremede, vromede

erlendr

fremd, frömd

fullständig

fuldstændig

vollständig

vulstendich

 

vullständig

 

-fällig

-fællig

(Adjektivsuffix)

-vellich, -veldich

 

-fällig

färdig

færdig

fertig

verdich

 

fardig

-färdig

-færdig

(Adjektivsuffix)

-verdich

 

-fardig

färsk

fersk

frisch, neu

versch, varsch

nýr

vers (NL)

förborgad

forborgen

verborgen, geheim

vorborgen

leyniligr

verbargen

förfaren

forfaren

erfahren, versiert, bewandert

vorvaren

 

---

förfärlig

forfærdelig

füchterlich

vorvêrlik

ógurligr

---

förgänglig

forgængelig

verderblich, korrupt

vorgenglik

spilliligr

---

------

forloren

falsch

vorloren

 

 

förmäten

------

vermessen

vormeten

drambsfullr

---

förnuftig

fornuftig

vernünftig

vornuftig

vitrligr

vernünftig

förnöjd

fornøjet

vergnügt

vornögd
(ND)

 

vergnöögt 'happy', 'merry'

försiktig

forsigtig

vorsichtig

vorsichtich

gætinn, varr

vörsichtig

förståndig

forstandig

verständig

vorstandich

vitrligr, vitr

verständig, verstännig

förtretlig

fortrædelig

verdrießlich

vordrêtlik

skapraunaði

verdreetlich

förvant

forvandlet

verwandelt

vorwant

breytinn

 

gemen

gemen

allgemein, öffentlich

gemêne, gemeine

almenniligr

gemeen

gemen

gemen (arch.)

allgemein, öffentlich

gemên

almennr, opinberr

gemeen

grov

grov

grob

grof

 

groff

gudfruktig

gudfrygtig

gottesfürchtig, fromm

godevruchtich

guðrækinn

 

gyllen

gylden

golden

güllen, gülden

gullinn

golden, gollen
gülden, güllen

hastig

hastig

hastig

hastich

 

hastig

hemlig

hemmelig

heimlich, geheim

hêmêlîk

leyniligr

heemlich

häftig
(1550)

heftig

heftig

heftich

ákafr

heftig

händig
(1506)

hændig

handlich

handich

 

hannig

härdig

------

härtlich

herdich

harðgörr, hraustr

 

härlig

herlig

herrlich

herlik

dýrligr

herrlich

hövisk

høvisk

höfisch

hövesch

 

 

hövlig

høflig

höflich

hovelik

 

hööflich

idel

idel

schier, rein, bloß (vgl. arch. dt. ’eitel’)

itel

 

 

invändig (c.1673)

indvendig

innen, innerhalb

inwendich

innri

inwennig

invärtes

indvortes

innen, intern, innerlich

inwordes, inwerdes

innri

---

klar

klar

bereit, klar

klâr

búinn; greiniligr

klaar

klen

klejn

klein

klêne

 

kleen

klok

klog

klug

klôk

vitr

klook

kort

kort

kurz

kort

stuttr, skammr

kort

krank

krank

krank

krank

slæmr, illr

krank

krum

krum

krumm

krum

 

krumm

kysk

kysk

keusch

kûsch

hreinlátr

kuusch

lättfärdig

letfærdig

leichtfertig

lîchtverdich

 

lichtfardig

medel

middel

mittel

middel

miðr

middel

medlidande

medlidende

mitfühlend, mitleidig

medelident

 

 

medelmåttig

middelmådig

mittelmäßig

middelmâtich

meðallagr

middelmatig

motvillig

modvillig

abgeneigt

môtwillich

mótsnúinn, mótdrægr

moodwillig, mootwillig

myndig

myndig

mündig

mundich

 

münnig

möjlig

mulig

möglich

mogelik

möguligr

mööglich

nykter (1520)

nøgtern

nüchtern

nuchtern, nochtern

skynsamligr

nüchtern, nochtern

platt
(1520)

plat

flach, platt

plat

 

platt

nådig

nådig

gnädig

genedelik

 

 

pliktig

pligtig

verpflichtet

 

 

 

plötslig

pludselig

plötzlich

plutzlik (durch HD plötzlich aus dem MND)

snöggr, skyndiligr

 

rar

rar

rar; nett

râr

 

raar, ro(o)r

rask

rask

rasch

rasch

fljótr, snöggr

rasch

ringa

ringe

gering, wenig, klein

ringe

smár, lítill

ring

rund

rund

rund

runt, rund

kringlóttr

rund

rättfärdig

retfærdig

gerechtfertigt

rechtverdich

réttlátur

rechtfardig

rättmätig
(1586)

------

rechtmäßig

rechtmêtich

 

rechtmatig (NL)

salig

salig

selig

sâlich, sêlich

sæll

selig

skrå

skrå

schräg, schief

schrât

 

 

skön

skøn

schön

schône

fagr

schöön, scheun

smal

smal

schmal

smal

 

small, smaal

smidig
(1530)

smidig

geschmeidig

smîdich

 

smiedig

stilla

stille

still, ruhig

stille

kyrr

still(e)

stolt

stolt

stolz

stolt

 

stolt

styrbar

styrbar

steuerbar, kontrollierbar

 

 

 

ståtlig

statelig

stattlich

statelik

vörpuligr

 

sund

sund

gesund

sunt, gesunt

 

sund

svag

svag

schwach, weich

swak

veikr

swack

synnerlig

------

sonderlich

sunderlik, sunderich

 

sünnerlich

säker

sikker

sicher

seker

øruggr, víss

seker

sällsam (ca. 1555)

------

seltsam

seltsam

 

---

tapper
(1560)

tapper

tapfer

dapper, tapper

hugaðr

tapper

tidig

tidlig

zeitig

tîdich

snembúinn

tiedig

tillbörlig

tilbørlig

zugehörig

tobôren

 

 

tillfreds
(1558)

tilfreds

zufrieden

tovreden, tovredich

 

tofreden

trind

trind

mollig, rund

trint

 

 

underdånig

underdanig

untertänig

underdanich

auðsveipr, auðmjúkligr

ünnerdänig, ünnerdänich

underdånig

------

untertänig

underdânich

auðmjúkr, hlýðinn

ünnerdänig

underlägsen

underlegen

unterlegen

underlegen

 

---

underst

underst

unterst(e)

underst

neðast

ünnerst

uppenbar

åbenbar

offenbar

openbâre

auðsær

apenbaar, openbor

uppriktig
(1545)

oprigtig

aufrichtig

uprichtich

 

uprichtig, oprichtig

upprorisk

oprørsk

aufrührerisch

uprôrisch

 

---

utvändig

udvendig

ausgehend, äußerlich, außerhalb, außen

ûtwendich

 

u(u)twennig

vedervärdig

------

widerwärtig

wedderwerdich

 

wedderworig, wedderwordig, wedderwortig

veterlig

vitterlig

berüchtigt, offenkundig, altbekannt

witlik, wetelik

alkunnr, opinberr

 

väsentlig
(1540)

væsentlig

wesentlich

weselik, wesentlik

aðal-

wesentlich

yppig
(1612)

yppig

üppig

uppich

 

 

ytterlig

yderlig

äußerst

ûterlich

ýztr

 

ädel
(1516)

ædel

edel

edel

 

edel, eddel

äkta

ægte

echt, wahr

echte, echt

sannr

echt

äregirig

ærgerrig

ehrgeizig

erengîrich

metnaðargjarn 

 

ärflig
(1612)

arvelig

erblich

ervelik

 

erfelijk (NL)

ärlig

ærlig

ehrlich

êrlik

 

eerlich, ehrlich
iehrlich

överdådig

overdådig

üppig, prächtig, im Überfluss

overdâdich

 

överdadig

överflödig

overflødig

überflüssig

overvlôdich

 

---

övermodig

overmodig

übermutig, stolz, hochmütig

overmôdich

drambsfullr, stoltr

övermodig, övermodig

övrig (ca. 1625)

øvrig

übrig

överich

 

övrig

 

 

3 - ADVERBIEN, KONJUNKTIONEN, PRONOMEN und PRÄPOSITIONEN

(Die angegebenen Daten beziehen sich auf das erste Auftreten im Schwedischen).

*Alle Entlehnungen werden, wenn nicht anders angegeben, dem Mittelniedersächsischen (MNS) zugeschrieben.

Schwedisch

Dänisch

Englisch

MNS

Altnordisch

Mod NS od NL

------

alene

nur, allein

allêne

 

 

(redan)

allerede

schon, bereits

al(ge)rêde

þegar

 

------

foran

vor

voran

 

vöran

 

------

forleden

neulich

vorliden

 

 

------

formedelst

mittels

vormiddelst

ígegnum, við

---

------

måske

vielleicht

mach schên

 

 

------

omtrent

ungefähr

ummetrent

um

ümtrent

tillförne

tilforn

vormals, zuvor

to-vören

 

 

 

------

under tiden

manchmal

undertîden

stundum

 

------

undervejs

unterwegs

underwegen

áleið

ünnerwegen(s)

akter

agter

achtern, hinter, nach

achter
(MND) od (MNL)

eptir

achter

alltid

altid

immer

alletît

 

alltied

allting

alting

alles

al dink

 

 

beständig

bestandig

beständig

bestendich

stöðugr, einart

 

bittida

------

beizeiten

bitîde

snemma

biti(e)den

blott (ca. 1600)

blot

bloß

blôt

einga, eina, einfaldliga

bloot(s)

bra

bravt

gut; ziemlich (schwed.); mutig, tapfer, wacker, brav (dän.)

brav

 

 

desto

desto

(Adverbpartikel)

deste

 

 

ditt och datt

dit og dat

dies und das

dit un dat

 

dit un dat
düt un dat

dock

dog

doch

doch

þó

doch

efter hand

efterhånden

allmählich, nach und nach

na der hand

smátt ok smátt, smám

naderhand

emellertid

imidlertid

allerdings, hingegen

middeler tît

þó 

 

fort
(ca. 1538)

------

bald, schnell, rasch

vort

fljótr

foort

färdig

færdig

fertig

verdich

 

fardig

föga

------

wenig, kaum

vöge

varla

 

förbi
(1536)

forbi

vorbei

vorbî
(MND)

hjá

vörbi

förgäves

forgæves

vergebens

vorgevens

 

vergevens, vergeevs

förmodligen

formodentlig

vermutlich

vormôdelik

 

---

ganska

ganske

ganz, ziemlich

ganz

mjök; nokkuð

ganz, ganß

hej
(1536)

hej

Hallo, Tschüß

hei

 

he(h)

hurudan

hvordan

wie

wôdân

hvernig, hversu

wodennig

ju

jo

doch

ju, jo

 

ja, jo, jau

likväl

alligevel

gleichwohl

lîkewol

þó

liekerwelt

men

men

aber

men, man

en

man

möjligen

muligvis

möglicherweise

(Ableitung): mögelik

 

möglich, mööglik

noga

nøjagtig

genau, exakt

nouwe

 

nau

nyss

nys

neuestens, kürzlich

nies, niges

nýliga

nies, nieges

nämligen

nemlig

nämlich

nameliken, nemeliken

 

nämlich

redan

(allerede)

schon, bereits

rêde, rêden

þegar

 

sakta

sagte

sacht, sanft

sâchte

 

sacht(en(s))

samt

samt

(mit)samt, und

samet, samt

ásamt

sam(t)s

slätt

slet

schlecht; nur

slecht

einfaldliga; illa

slecht

stilla

stille

still

stille

 

still

strax

straks

sofort

strackes

 

stracks

sådan

sådan

so, solch

so-dân, so-dânich

þannig

sodennig, sodannig

till rätta

til rette

zurecht

to rechte

 

torecht, trecht

tillförne

til forn (arch.)

vormals, zuvor

tovoren, tovorens

forðum

tovörn, tovöörn

tillhopa

------

insgesamt

tô hôpe

 

tohoop

tillika (1540)

tillige

ebenfalls, auch

togelîke, tolîke

og, líka

to(g)liek

tillsamman

tilsammen

zusammen

tôsamene

saman

tosamen, tosomen

trots
(1600)

trods

trotz

trot, tros, trotz, tratz

 

 

tämligen

temmelig

ziemlich

temmelik

nokkuð

teemlich

understundom

------

manchmal

understunden

 

---

utvärtes

udvortes

auswärtig

ûtwerdes

útan

utwarts

väldig

vældig

gewaltig, viel

weldich, waldich

mjök

 

äntligen

endelig

endlich

endeliken

loks

endlich

även

------

auch, ebenso

evene, even

líka, ok

even

överalt

overalt

überall

overal

 

överall

överens

overens

übereins

overêns

 

övereens, overeen, öbereens

överljutt

overlydt

laut(stark)

overlût

 

---

övermåttan

overmåde

übermäßig

overmâte

 

övermaten, öbermaten

övrig
(1625)

øvrig

übrig

overich

 

ö(ö)vrig

 

 

4 - VERBEN

(Die angegebenen Daten beziehen sich auf das erste Auftreten im Schwedischen).

*Alle Entlehnungen werden, wenn nicht anders angegeben, dem Mittelniedersächsischen (MNS) zugeschrieben.

Schwedish

Dänisch

Englisch

MNS

Altnordisch

Mod NS od NL

------

bagvaske

diffamieren, verleumden

bakwaschen

bakmæla, niðra

--

------

bedrive

betreiben

bedrîven

fremja

bedrieven, bedrieben

------

befrygte

fürchten

bevruchten

hræðast, óttast

--

------

belære

(be)lehren

beleren

 

 

------

beråbe sig

sich berufen (auf)

berôpen

koma fram

beropen, sik

------

beskænke

beschenken, ausschenken

beschenken

 

beschenken, beschinken

(utarme)

forarme

verarmen

vorarmen

rýra

--

------

forbavse

überraschen

vorbâsen

 

(verbaast 'überrascht')

------

fordøje

verdauen

vordouwen

melta

verdauen

------

forlange

verlangen

vorlangen

beiða, krefja

verlangen

------

forskyde

verschieben

vorschêten

 

 

------

fortabe

verlieren

 

 

 

------

forøde

veröden

 

 

 

------

føle

fühlen

vôlen

kenna (in adän.)

fö(h)len

------

knæle

knien

knelen

 

 

------

opsætte

errichten, aufsetzen

upsetten

stofna

upsetten

------

overtrække

bedecken, überziehen

overtrekken

þekja, hylja

övertrecken

------

slæbe

ziehen, schleppen

slepen

 

 

------

sprede

verbreiten, ausbreiten

spreden

 

 

------

tvivle

zweifeln

twivelen

 

 

------

underkøbe

anstiften, bestechen, manipulieren

underkôpen

fitla

--

------

undlive

töten

entlîven

drepa; eyða

--

------

undløbe

entlaufen

entlôpen

komask undan

--

------

undse sig

sich für etwas schämen, sich von etwas fernhalten

untsên

 

--

------

undsige

bedrohen, gefährden, anprangern

untseggen

skora, hóta, ógna, heitast

entseggen

------

undslå sig

verweigern, ablehnen

entslân

neita

--

?

forlide

vergehen (Zeit)

vorlîden

líða

--

ana

ane

ahnen

ane

gruna

ahnen

akta

agte

achten, (wert)schätzen; planen

achten

ætla

 

anbringa

anbringe

anbringen

anbringen

setja, leggja

anbringen

andraga

andrage

beantragen, bewerben

andragen

sækja á

andregen

anfäkta

anfægte

anfechten; locken, verführen

anvechten

freista

--

ange

angive

angeben, behaupten, erwähnen

angeven

segja, skýra

angeven, angeben

angå

angå

angehen, sich beziehen auf

angân

varða, snerta, visa til

angahn

angöra

------

anlaufen, andocken (Hafen)

andôn; anmaken (NL)

nálgast

andoon; anmaken

anklaga

anklage

anklagen, vorwerfen, beschuldigen

anklagen

kæra

anklagen

anmoda

anmode

anfordern, erbitten

anmôden

beiða

--

annamma

annamme

annehmen, erhalten

annâmen

fá, taka við

annehmen

anropa

anråbe

anrufen

anrôpen

heita, kalla á

anropen

anse

anse

ansehen, betrachten

ansên

líta á

ansehn

anstå

anstå

anstehen, sich schicken

anstân

sæma

(anstännig)

anteckna

antegne

erwähnen, berichten

antekenen

skrásetja

anteken

anträda

------

antreten, beginnen

antreden

byrja, hetja

antreden

antvarda

antvorde (arch.)

antworten

antwarden

svara

antwoorden

använda (ca. 1550)

anvende

anwenden, nutzen, gebrauchen

anwenden

nýta

anwennen

arbeta

arbejde

arbeiten

arbeiten

vinna, starfa

arbeiden

avsky

afsky

verabscheuen

afschuwen

 

 

bebåda

bebude

ankündigen

beboden

kunngera

--

bedarra

------

beruhigen

sik bedaren

kyrrast

bedaren

bedraga

bedrage

betrügen

bedrêgen

svikja

bedregen

bedriva

bedrive

fortsetzen

bedriven

halda áfram

bedrieven, bedrieben

bedröva

bedrøve

(be)trauern

bedrôven

hryggja

bedröven, bedröben

bedyra

bedyre

beteuern

bedüren

lýsa yfir, krefjast

beduren

bedåra

bedåre

begeistern, faszinieren

bedôren

 

--

bedöva

bedøve

betäuben

bedöven

 

 

befalla

befale

befehlen

bevalen

skipa

befehlen

befatta

befatte

sich befassen mit

bevaten

varða, snerta

befaten

befinna

befinde

(sich) befinden

bevinden

finna, kenna

befinnen

befordra

befordre

befördern

bevorderen

flýtja, senda

befördern

befria

befri

befreien

bevrîen

frelsa, leysa

befreen, befrien

befrynda sig

------

anheiraten (durch Eheschließung verwandt werden)

sik befründen

mægjast

befrünnen

bege

begive

(sich) begeben

begeven

 

 

begrava

begrave

begraben

begraven

jarða, grafa niðr

begraven, begraben

begripa

begribe

begreifen

begrîpen

skilja

begriepen

begråta

begræde

beklagen

bewênen

gráta, syrgja, harma

 

begynna

begynde

beginnen

beginnen

byrja, hefja

beginnen

begå

begå

begehen

begân

fremja, gera

begaan, begahn
begohn

begära

begære

begehren

begeren

krefja, beiða

bege(h)ren

behaga

behage

behagen, gefallen

behagen

 

(be)hagen

behandla

behandle

behandeln

behandelen

fara með

behanneln

behjälpa

behjælpe

helfen, unterstützen

behelpen

hjálpa, stoða

behelpen

behålla

beholde

behalten

beholden

varðveita, geyma

beholden

behäfta

behefte (arch.)

beschweren, belasten, hemmen

beheften

hamla, teppa

--

behöva

behøve

brauchen, bedürfen

behôven

þarfa

 

beklaga

beklage

beklagen

beklagen

harma

beklagen, beklogen

bekosta

bekoste

bezahlen

bekosten

greiða

bekösten 'beköstigen'

bekräfta

bekræfte

bekräftigen

bekreften

staðfesta, steðja

 

bekymra

bekymre

sich bekümmern, Sorgen machen

bekummeren

 

bekümmern

belamra (ca. 1700)

belemre

beladen, befüllen, vollstopfen; belästigen

belammern (ND)

 

belämmern

belägga

belægge

bedecken, belegen, beschichten, überziehen; besetzen, beschäftigen, in Anspruch nehmen

beleggen

fást við; þekja

beleggen

belägra

belejre

belagern

belegeren

sitja um, umkringja

--

bemänga

------

vermengen, mischen

bemengen

blanda

bemengen

bemöda

bemøje

(sich) (be)mühen, anstrengen

bemôien

 

bemöhen

benåda

benåde

begnadigen, vergeben

benâden

afsaka, fyrirgefa

--

berama

beramme

festlegen, planen

berâmen

festa, ráða

--

bereda

berede

bereiten

berêden

vinna, greiða

bereden

berida

beride (arch.)

(ein Pferd) bereiten, zureiten

berîden

 

--

berätta

berette

berichten, erzählen

berichten

segja frá

berichten

berömma

berømme

rühmen, loben, preisen

berômen

lofa, hrósa

berö(h)men

beröra

berøre

berühren

beroren

snerta

berö(h)ren

bese

bese

ansehen, betrachten, beschauen

besên

líta á, sjá

besehn

besegla

besegle

besiegeln

besegelen

innsigla

 

besinna

besinde

(sich) besinnen

besinnen

hugleiða

besinnen

besitta

besidde

besitzen

besitten

eiga, ráða

besitten

beskatta

beskatte

besteuern

beschatten

 

--

beskicka

beskikke

ernennen, bestellen

beschicken

nefna

(beschicken erledigen')

beskita

beskide

beschmutzen

beschîten

skíta

beschieten

beskriva

beskrive

beschreiben

beschrîven

lýsa

beschrieven, beschrieben

beskydda

beskytte

beschützen

beschûdden

verja

--

beskåda

beskue

(be)schauen, betrachten

beschouwen

horfa á, líta á

beschoen, beschuen

beskära

beskære

scheren, schneiden, kürzen

bescheren

klippa

--

beskärma

beskærme

beschützen, abschirmen

beschermen

 

beschermen (NL)

besluta

beslutte

beschließen

beslûten

 

besluten

beslå

beslå

beschlagen

beslân

 

beslaan, beslagen

besmitta

besmitte

infizieren, verunreinigen

besmitten

 

--

bespeja

------

bespitzeln, ausspionieren

bespên

njósna

--

bespisa

bespise

füttern, versorgen, bespeisen

bespîsen

fæða

bespiesen

besticka

bestikke

bestechen

bestechen

 

múta

--

bestrida

bestride

bestreiten

bestrîden

neita

bestrieden

bestyra

bestyre

steuern, verwalten, leiten, bewerkstelligen

bestûren

handla, valda

bestüren

bestå

bestå

bestehen, sein, existieren

bestân

vera

bestaan, bestahn
bestohn

beställa

bestille

bestellen

bestellen

 

bestellen

bestämma
(1524)

bestemme

bestimmen

bestemmen

 ráða, festa

bestimmen;
bestemmen (NL)

besvika

besvige

betrügen

beswîken

svíkja e-u

--

besvimma

besvime

in Ohnmacht fallen

beswîmen

 

beswiemen

besvära

besvare

(be)antworten

beswêren

svara

 

besvära

besvære

beschweren, belästigen

beswêren

angra

besweren

besvärja

besværge

beschwören

besweren

kalla á, særa

beswören

besätta

besætte

besetzen, beschäftigen, füllen

besetten

fylla

besetten

besöka

besøge

besuchen

besôken

heimsækja

besöken

besörja

besørge

besorgen, erledigen

besorgen

gæta til e-s

besorgen

beta

betage

wegnehmen; faszinieren, begeistern

benemen

flýtja

benemen, benehmen

betala

betale

bezahlen

betalen

greiða

beta(h)len, betohlen

beteckna

betegne

bezeichnen

betêkenen

tákna

beteken

betinga

betinge

bedingen

bedingen

 

 

betrakta

betragte

betrachten

betrachten

horfa á, líta á

 

betro

betro

anvertrauen

betrûwen

fela, treysta

--

betvinga

betvinge

bezwingen

bedwingen

yfirbuga, undiroka

(dwingen)

betyda

betyde

bedeuten

bedûden

merkja, þýða

bedüden

betyga

------

bezeugen

betûgen

 

betügen

betänka

betænke

bedenken

bedenken

íhuga, hugsa

bedenken, bedinken

bevaka

bevogte

bewachen

bewêken

gæta

--

bevara

bevare

bewahren

bewâren

varðveita, gøyma

bewa(h)ren
bewohren

bevilja

bevilge

bewilligen

bewillen

 

--

bevisa

bevise

beweisen

bewîsen

sanna, prófa, vísa

bewiesen

----

bevæge

bewegen

bewegen

 

bewegen

bifalla

bifalde

beifallen, zustimmen

bîvallen

játa

bifallen

bistå

bistå

beistehen, helfen, unterstützen

bistân

hjálpa, stoða

bi(e)stahn

bisätta

bisætte

beisetzen, begraben

bisetten

 

bisetten

bliva (ca. 1300)

blive

werden; bleiben

blîven

verða

blieven

blända

blænde

blenden

blenden

 

blennen

borga

borge

bürgen

borgen

tryggja

börgen

bringa
(1524)

bringe

bringen

bringen

færa, flytja

bringen

bruka

bruge

(ge)brauchen, nutzen

brûken

nýta

bruken

bräcka

brække

brechen

breken

brjóta

breken

byta

bytte

tauschen

bûten

skipta

 

böra

burde

sollte, sollen, müssen

boren

eiga að

(bören 'tragen, ertragen')

dansa

danse

tanzen

danzen

dansa

danzen, dansen

dela

dele

teilen

dêlen

 

delen

dikta

digte

dichten

dichten

 

dichten

drabba

-------

(be)treffen; geschehen, widerfahren

drapen

hitta; hittast, møtast

 drapen

drypa

dryppe

tropfen

druppen

 

 

döpa

døbe

taufen

dôpian (altsächs.)

skíra

döpen

entlediga (ca. 1577)

------

(sich einer Sache) entledigen

entledigen

 

--

erbjuda

(tilbyde)

anbieten

erbêden

bjóða

 

erfara
(1647)

erfare

erfahren

ervaren

reyna

 

erinra

erindre

erinnern

erinneren

minna

erinnern

erövra (ca. 1563)

erobre

erobern

eroveren, erövern

vinna, sigra

erövern, eröbern

fatta

fatte

fassen, verstehen

vaten

skilja

faten, foten

fejda

fejde

sich streiten, befehden, bekriegen

veiden

stríða, berjast, eigast við deildir

 

flykta

flygte

flüchten

vluchten

 

 

fortsätta

fortsætte

fortsetzen

vortsetten (MND)

halda áfram

 

frukta

frygte

fürchten

vruchten, vorchten

hræðast, óttast

früchten, fröchten

fråga

------

fragen

vrâgen

spyrja

fragen, frogen

fullborda

fuldbyrde

vollbringen

vulborden

fullgera

--

fullkomna

fuldkomme

vervollkommnen

vulkomen

fullkoma

vullkamen, vullkomen

fånga

fange

fangen

vangen, vân

grípa, ná

 

fäkta

fægte

fechten, kämpfen

vechten

skylmaz

fechten

förakta

foragte

verachten

vorachten

fyrirlíta

verachten

förandra

forandre

verändern

voranderen

breyta, skipta

verännern

förarbeta

forarbejde

verarbeiten

vorarbêiden

 

 

förarga

forarge

verärgern

vorargen

skaprauna

verargen

förbanna

forbande

verbannen, verfluchen

vorbannen

bölva

--

förbarma sig

forbarme sig

sich erbarmen

vorbarmen

 

(barmen)

förbehålla

forbeholde

reservieren, sich vorbehalten, sich sichern

vorbeholden

varðveita, geyma

--

förbinda

forbinde

verbinden

vorbinden

tenglsa, samsetja

verbinnen

förbittra

forbitre

verbittern

vorbitteren

 

verbittern

förbjuda

forbyde

verbieten

vorbêden, vorbeiden

banna

verbeden

förbruka

forbruge

verbrauchen

vorbruken

 

 

förbryta

forbryde

verbrechen

vorbrêken

brjóta

verbreken

förbyta

forbytte

vertauschen

vorbûten

 

--

fördela

fordele

verteilen

vordêlen

skipta

verdelen

fördra

fordre

fordern

vôrderen

krefja

föddern, feddern

fördra

fordrage

vertragen, ertragen

vordrâgen

þola, vara

verdregen

fördriva

fordrive

vertreiben

vordrîven

reka

verdrieven, verdrieben

fördärva

fordærve

verderben

vorderven

spilla, eyða

verdarven, verdarben

fördöma

fordømme

verdammen

vordômen

fordæma

verdömen

förekomma

forekomme

vorkommen;
etwas verhindern, zuvorkommen
(schwed.)

vorkomen

koma fram

vörkamen, vörkomen

förena

forene

vereinen

vorênen, voreinen

tenglsa, samsetja

vereenen

förevita

------

Vorwürfe machen, drohen, kritisieren

vorwîten

 

--

förfalla

forfalde

verfallen

vorvallen

hnigna, hrørna

verfallen

förfara

-----

verfahren

vorvaren

 

 

författa

forfatte

verfassen

vorvaten

skrifa

verfaten, verfoten

förfoga

forføje

sich rar machen

vorvôgen

hverfa

--

förfära

forfærde

entsetzen, schockieren

vorvêren

hræða, skelfa

verferen

förfärdiga

forfærdige

verfertigen, produzieren

vorverdigen

skapa, gera

--

förfölja

forfølge

verfolgen

vorvolgen

ofsækja, reka

verfolgen

förföra

forføre

verführen, locken

vorvôren

tæla, lokka

--

förfördela

forfordele

benachteiligen, schädigen

vorvordêlen

skaða

--

förgifta

forgive

vergiften

vorgêven

eitra

vergeven, vergeben

förgripa

forgribe

vergreifen, angreifen

vorgrîpen

ráðast á

vergriepen

förgylla

forgylde

vergolden

vorgulden

gylla

vergüllen

förgå

forgå

vergehen

vorgân

farast

vergahn

förgäta

forgætte (poet., dial.)

vergessen

vorgeten

gleyma

vergeten

förhandla

forhandle

verhandeln

vorhandelen

semja, miðla

verhanneln

förhasta sig

forhaste sig

sich eilen, hasten

vorhasten

skynda

--

förhindra

forhindre

verhindern

vorhinderen

tálma

verhinnern

förhöja

forhøje

erhöhen

vorhôgen

auka, reisa

--

förhöra

forhøre

verhören, befragen

vorhoren

 

verhören, verhüren

förkasta

forkaste

abweisen

vorwerpen

neita

--

förklara

forklare

erklären

vorklaren

skýra

verklaren, verkloren

förkorta

forkorte

verkürzen, abkürzen

vorkorten

stytta

verkörten, verkötten

förkunna

forkynde

verkünden

vorkunden

kunngera

verkünnen

förkyla sig

forkøle sig

sich erkälten

vorkôlen

 

verküllen, verköhlen

förlika

forlige

versöhnen

vorlîken

sætta

 

förlisa

forlise

gescheitert sein

vorlîsen

spillast

--

förljuda

forlyde

verlauten

vorluden

segja frá

verluden

förlora

------

verlieren

vorloren

 

verleren, verlieren

förlossa (ca. 1500)

forløse

freigeben, veröffentlichen

vorlosen

frelsa

--

förlova sig

forlove sig

sich verloben

vorloven

trúlofa sér

verloven, verloben

förlusta

forlyste

sich amüsieren

vorlusten

skemta

--

förlåta

forlade

vergeben;
verlassen
(dän.)

vorlâten

fyrirgefa; yfirgefa

 

förläna

forlene

verlehnen, bewilligen

vorlênen

veita, gæða

verlohnen

förlänga

forlænge

verlängern

vorlengen

lengja

verlangen

förlöpa

forløbe

verlaufen

vorlôpen

líða

verlopen

förlösa

forløse

freigeben, veröffentlichen

vorlôsen

frelsa

--

förmana

formane

ermahnen

vormanen

áminna

vermahnen

förmedla

formidle

vermitteln

vormiddelen

miðla

vermiddeln

förmena

formene

meinen

vormênen

hyggja

 

förmoda

formode

vermuten

vormôden, vormûden

gøra ráð fyrir

vermoden, vermauden

förmå

formå

vermögen

vormogen

mega

vermögen

förmäla

formelde

vermelden

vormelden

segja frá

vermellen

förnedra

fornedre

erniedrigen

vornederen

niðra

--

förnimma

fornemme

vernehmen, fühlen

vornemen

skynja

 vernehmen

förneka

fornægte

verneinen, verleugnen

 

 

 

förnöja

fornøje

vergnügen

vornôgen

þokknast

vernögen

förorsaka

forårsage

verursachen

vororsaken

valda

veroorsaken

förorätta

forurette

schaden, beschädigen, verletzen

vorunrechten

skaða

verunrechten

förplikta

forpligte

verpflichten, schulden

vorplichten

skylda

verplichten

förringa

forringe

verringern

vorringen

 

--

förrycka

forrykke

durcheinander bringen, verrücken

vorrucken

raska

--

förråda

forråde

verraten, betrügen

vorrâden

svíkja

verraden

förrätta

forrette

verrichten

vorrichten (MND)

fremja

verrichten

försaka

forsage

sich versagen, entsagen

vorsaken

án vera, yfirgefa

 

församla

forsamle

versammeln

vorsamelen

samna

versammeln

förskaffa

forskaffe

beschaffen

 

 

 

förskriva

forskrive

verschreiben, vorschreiben

vorschriven

 

verschrieven, verschrieben

förskräcka

forskrække

erschrecken

vorschrecken

hræða

verschrecken

förskulla

forskylde

verschulden

vorschulden

 

verschüllen, verschullen

förslå

forslå

genügen, ausreichen

vorslân

nægja, duga

 

försmå

forsmå

verschmähen

vorsmân

hafna

versmaden, versmajen, versmaan

försmäkta

forsmægte

schmachten, verkümmern

vorschmêcten

 

versmachten

förspilla

forspilde

verspielen

vorspilden

eyða, spilla

verspillen

förstå

forstå

verstehen

vorstân

skilja

verstaan, verstahn
verstohn

förstöra

forstyrre

zerstören; stören, beeinträchtigen (dän.)

vorstôren, vorsturen

eyða, spilla

 

förstöra

------

zerstören

vorstören

eyða

---

försumma

forsumpe

vernachlässigen; versumpfen (dän.)

vorsûmen

vanrækja; hniga

versümen

försvara

forsvare

verantworten

vorantwarden

verja

verantwoorden

försvinna

forsvinde

verschwinden

vorswinden

hverfa

verswinnen

försvärja

forsværge

beschwören

vorsweren

fyrirsverja

 

försäkra

forsikre

versichern

vorsekeren

tryggja

versekern

försända

forsende

versenden

vorsenden

senda

versennen

försöka

forsøge

versuchen

vorsôken

reyna

versöken

försörja

forsørge

versorgen

vorsorgen

stoða, sjá fyrir

versorgen

förtelja

fortælle

erzählen

vortellen

segja frá

vertellen

förtjäna

fortjene

verdienen

vordênen, vordeinen

verðskulda

verdenen

förtolka

fortolke

dolmetschen, interpretieren, deuten

vortolken

þýða

---

förtro

------

anvertrauen

vortruwen

fela

vertrugen, vertruun, vertroon

förtrycka

fortrykke

unterdrücken

vordrucken

kúga

verdrücken

förtränga

fortrænge

verdrängen

vordrengen

reka

verdrengen, verdringen

förtvivla

fortvivle

verzweifeln

vortwîvelen

örvænta

 

förtänka

fortænke

beschuldigen

vordenken

kæra, gruna

verdenken, verdinken

förundra

forundre

verwundern

vorwundern

 

verwunnern

förvandla

forvandle

verwandeln

vorwandelen

umbreyta

verwanneln

förvara

forvare

verwahren

vorwaren

varðveita, halda

verwaren

förverka

------

verwirken

vorwerken

fyrirgera

---

förvilla

forvilde

verwirren

vorwilden

rugla

---

förvisa

forvise

verweisen, ausweisen

vorwîsen

útlægja

verwiesen

förvissa

forvisse

feststellen, versichern

vorwissen

 

---

förvärva

------

erwerben

vorwerven

öðlast

---

föryttra

------

veräußern

vorüteren

selja

---

förära

forære

verleihen, geben, beschenken

vorêren

bjóða, gefa

verehren

garva

garve

gerben

garwen

 

 

gå

gå

gehen

gân

ganga

gaan, gahn, gohn

handla
(1523)

handle

handeln

handelen

kaupa

hanneln

hantera

håndtere

hantieren

hantêren

handle, valda

hanteren, hantern

hoppas

håbe

hoffen

hôpen, hapen

vænta

höpen, hapen, hopen

hyra
(1530)

hyre

mieten

hûren

 

hüren

häkta

hægte

verhaften

hechten

fanga

 

hämma

hæmme

hemmen

hemmen

 

 

härska
(1620)

herske

herrschen

hêrschen

ríkja

 

inbilla
(1604)

indbilde

einbilden

inbilden

 

inbillen

införliva (c.1550)

------

einverleiben

invorlîven

 

 

inkräkta

------

übertreten, überschreiten

inkrechten

ganga á

---

inrita

------

einzeichnen

inrîten

 

inrieten

inrymma

------

beinhalten

inrümen

 

inrümen

intyga

------

bezeugen, bestätigen

intügen

sanna

---

jaga

jage

jagen

jagen

veiða

jagen, jogen

klaga

klage

klagen

klagen

kvarta

klagen

klämma

klemme

einklemmen

klemmen

 

klemmen

koka

koge

kochen

koken

sjóða

kaken, koken

kosta

koste

kosten

kosten

kosta

kösten, kosten

krusa

kruse

kräuseln, runzeln

krusen

 

 

kungöra

kundgøre

verkünden

kuntmaken

kunngøra

 

kämpa

kæmpe

kämpfen

kempen

berjast

 

köpa

købe

kaufen

kopen

kaupa

köpen, kopen

lida

lide

leiden

lîden

 

 lieden

lära

lære

lernen; lehren

lêren

kenna

le(h)ren, liehren

meddela

meddele

mitteilen

mededelen

 

 

mena

mene

meinen, denken

mênen, meinen

hyggja, ætla

menen

missbruka

misbruge

missbrauchen

misbrûken

únýta

mißbruken

måla

male

malen

mâlen

skrifa

malen, molen

måsta

(måtte)

müssen

moste

hljóta

 

mönstra

mönstre

mustern

munsteren

skoða

munstern, münstern

nalkas

------

sich nähern

nâleken

nálgast 

 

nära

nære

(er)nähren, füttern

neren

fœða

nähren

nödsaka

nødsage

zwingen, nötigen

nôtsaken

þvinga, nauðga 

 

omkomma (c.1560)

omkomme

umkommen

ummekommen

farast, ándast

ümkamen

omkomma
(1560)

omkomme

umkommen

ummekommen

andast, látast

ümkamen, ümkomen

ordna
(1550)

ordne

ordnen

ordenen

skipa

 

packa

pakke

packen

packen

 

packen

passa
(ca. 1540)

passe

sich anpassen; sich um etwas kümmern, auf etwas aufpassen

passen

gæta

passen

pina

pine

peinigen, quälen

pînen

pína (loan), misþyrma

 

plundra
(1500)

plyndre

plündern, erbeuten, rauben

plunderen

ræna

plünnern

plåga

plage

plagen, ärgern

plâgen

 

plagen, plogen

pläga

pleje

pflegen (etwas zu tun)

plegen

 

plegen

prata
(1650)

prate

sprechen, reden, sich unterhalten;
schwafeln, Unsinn reden
(dän.)

prâten, prâtelen

orða, segja

praten, proten

pränta
(1500)

prente

abschreiben, drucken

prenten

ríta

printen, prenten

pröva

prøve

versuchen

prôven

reyna

pröven, proven
pröben

regera

regere

regieren

rêgeren

stýra

regeren

resa

rejse

reisen

reisen

fara

reisen

ropa

råbe

rufen

rôpen

kalla

ropen, raupen

rådfråga

(rådspørge)

um Rat fragen, zu Rate ziehen

râtvrâgen

ráða, spyrja

 

rädda

redde

retten

redden

bjarga

redden

räkna

regne

rechnen, berechnen

rekenen, reken

telja

rekenen

röva

røve

rauben, plündern

rôven

raufa

rövern

samla

samle

sammeln

samelen, samenen

safna

sammeln

ske

ske

geschehen

schên

gerast

(ge)schehen

skicka

skikke

schicken, senden

schicken

senda

schicken

skildra
(1700)

skildre

schildern

schilderen

lýsa

schillern

skria

skrige

schreien, rufen

schrîen, schrîgen

hrópa

schrie(ge)n, schreen

skriva

skrive

schreiben

schrîven

ríta, skrifa

schrieven, schrieben

skydda

beskytte

beschützen

(be)schutten

verja

schütten

skända

skænde

schänden

schenden

 

 

skänka

skænke

schenken

schenken

 

schenken, schinken

sluta

slutte

schließen, enden

slûten

enda, lúka

sluten

smaka

smage

schmecken

smaken

 

 

smitta

smitte

infizieren, verunreinigen

smitten

slá, ljósta 

 

smuggla
(1830)

smugle

schmuggeln

smuggeln (NL)

 

smuggeln

smycka
(1558)

smykke

schmücken

smucken

 

smücken

smärta

smerte

schmerzen

smerten

 

smarten

snacka

snakke

sich unterhalten

snacken

tala

snacken

spela

spille

spielen

spelen

leika
(in den meisten Bedeutungen)

 spelen

spisa

spise

essen, speisen

spisen

 

spiesen

spöka
(1550)

spøge

spuken

spôken

 

spöken

stinka
(1570)

stinke

stinken

stinken

 

stinken

stoppa

stoppe

stoppen

stoppen

 

stoppen

straffa

straffe

strafen

straffen

refsa, hegna

strafen

sträcka

strække

strecken

strecken

rétta

strecken

sträva
(1640)

stræbe

streben

streven

starfa, vinna

streven, streben

stå

stå

stehen

stân

standa

stahn

stötta
(nach 1670)

støtte

stützen

stutten

stoða, hjálpa

stütten

svinga
(1619)

svinge

schwingen

swingen

sveifla

swingen

sylta

sylte

sülzen, konservieren

sulten

 

zulten (NL)

tilldraga sig (ca. 1550)

tildrage sig

sich zutragen

sik tôdragen

gerast

todregen

tillfalla

tilfalde

zuteilen, zufallen

tôvallen

 

tofallen

tillgiva

tilgive

vergeben

togêven

fyrirgefa

togeven, togeben

tillgå

tilgå

erreichen

togân

ná

togahn

tillkännagiva

tilkendegive

verkünden

tô kennen geven

kunngera, segja frá

to kennen/kinnen geven/geben

tillräkna

tilregne

zurechnen;
unterstellen

torekenen

 

torekenen

tillskriva

tilskrive

zuschreiben

toschrîven

eigna sér

toschrieven
toschrieben

tillskynda

tilskynde

ermutigen, anregen, fördern, auffordern

tôschunden

hvetja, eggja

---

tillstå

tilstå

gestehen

tostân

játa

 tostahn

träda

træde

treten

treden

ganga, stíga

treden

----

trække

 ziehen

trecken

 

 trecken

tänka

tænke

denken

denken

hugsa, hyggja, ætla

dinken, denken

töva

tøve

zögern

toven

 

 

umbära

------

entbehren

untberen

án vera

 

umgälla

undgælde

(für etwas) leiden

untgelden

 

---

underlåta

undlade

unterlassen

underlaten

vanrækja

ünnerlaten
ünnerloten

underrätta
(1615)

underrette

unterrichten, benachrichtigen

underrichten

segja til

ünnerrichten

understicka

------

verbergen

understecken

fela, hylja

---

understå

understå

sich unterstehen, wagen

sik understân

 

 

undersöka
(1680)

undersøge

untersuchen

undersoken

kanna, skoða

ünnersöken

undertrycka

undertrykke

unterdrücken

underdrucken

 

ünnerdrücken

undervisa

undervise

unterweisen, unterrichten, anleiten

underwîsen

kenna

ünnerwiesen

undfly

undfly

(einer Sache) entfliehen, vermeiden

entvlên

forðast

---

undfå

undfange

empfangen

untvân, entvangen

hljóta, fá 

 

undgå

undgå

entkommen, entgehen

entgân

forðast; komast undan

entgahn 

undkomma

undkomme

entkommen

untkômen, untkâmen

 

 entkamen

undskylla sig
(1585)

undskylde sig

sich entschuldigen

entschulden

 

entschülligen
entschulligen

undsätta

undsætte

erlösen, retten

entsetten

létta; bjarga

---

undvara (ca. 1795)

undvære

entbehren

untberen, entberen (ND)

án vera

---

undvika

undvige

entweichen, ausweichen

entwiken

forðast; komast undan

---

uppdaga
(1680)

opdage

aufdecken, entdecken, finden

updagen (MND)

finna

 

uppdraga

opdrage

großziehen, aufziehen

updragen

ala upp

 

upphöra
(1620)

ophøre

aufhören

ophôren, uphôren

hætta, stöðva

uphören, ophören
ophüren

upprepa

------

wiederholen

upreppen

endrnýja

upreppen

upprymma

oprømme

räumen, aufräumen

uprumen

 

uprümen

uppskjuta

opskyde

sich erheben, aufsteigen, auftauchen, sprießen

upschêten

sprétta

upscheten

uppträda

optræde

auftreten

uptreden

koma fram; fremja

uptreden

utesluta

(udelukke)

ausschließen

ûtsluten

 

u(u)tsluten

utplåna

------

auslöschen

ûtplanen

afmá, eyða

---

utreda

udrede

rechtfertigen, erklären

ûtrêden

kanna, útskýra, greina

 

uträtta

udrette

ausrichten, erreichen, vollbringen, leisten; in Ordnung bringen, klären

ûtrichten

fremja; greiða

utrichten

utstyra

udstyre

ausstatten

ûtstüren

 

utstüren

utstå

udstå

ausstehen, durchstehen

ûtstân

þola

u(u)tstaan, utstahn
utstohn

utträda

udtræde

zurücktreten

ûttreden

 

uttreden

vandra

vandre

wandern

wanderen

ganga

wannern

vara

vare

bewahren, wahren

waren

vara

wa(h)ren, wohren

vara

vare

währen

waren

 

 

vederfaras

vederfare(s)

widerfahren

weddervaren

 

---

vedergälla

vedergælde

vergelten

weddergelden

 

---

vederkvicka

vederkvæge

erquicken, erfrischen, revitalisieren, beleben

wedderquicken

 

---

----

vove

wagen

wagen

 

wagen

----

ængste

jdn ängstigen

(frmodND) engesten

 

 

öva

øve

üben

ôven

 

öven, öben

överantvarda

overantvorde (arch.)

übergeben, überantworten

overantworden

 

---

överbevisa

overbevise

überzeugen

overbewîsen

 

---

överfalla

overfalde

überfallen

overvallen

 ráðast á

överfallen 

överhala

overhale

überholen

overhalen

 

overhalen, överholen

överila sig

overile sig

übereilen

overîlen

 

överielen, öberielen

överlåta

overlade

überlassen, anvertrauen

overlâten

afhenda, fela

överlaten, öberlaten

överlägga

overlægge (arch.)

betrachten, überlegen

overleggen

líta á, íhuga

överleggen, öberleggen

överse

overse

übersehen, überschauen, begutachten

oversên

líta yfir

överse(h)en
öberseh(e)n

översätta

oversætte

übersetzen, deuten

oversetten

þýða

översetten, öbersetten

överträda

overtræde

übertreten, überschreiten

overtreden

brjóta, ganga á

övertreden, öbertreden

övertyga

overtyde (älter: overtye)

überzeugen

overtûgen

 

övertügen 

överväga

overveje

überlegen

overwegen

hugleiða, íhuga

 

överväldiga

overvælde

überwältigen

overwelden

sigra, yfirvinna

---

 

 

 


*Quellen:

Ahldén, Tage: „Der Ausklang des niederdeutschen Einflusses auf die nordischen Sprachen”. In: Spätzeiten und Spätzeitlichkeit. Vorträge gehalten auf dem 2. internationalen Germanistenkongreß 1960 in Kopenhagen. Hrsg. v. Werner Kohlschmidt, Bern/München, 1962. S. 27-43;

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Betz, Werner: „Das Deutsche im Dänischen”. In: Geistige Arbeit, 7. Jahrgang, Nr. 12. Berlin, 1940;

Boden, Keith: „A re-examination of Middle Low German-Scandinavian language contact”. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 60, 1993. S. 292-306;

Braunmüller, Kurt: Die skandinavischen Sprachen im Überblick. Tübingen: Francke Verlag, 1991;

Braunmüller, Kurt & Dierecks, Willy (Hrsg.): Niederdeutsch und die skandinavischen Sprachen. Heidelberg: Carl Winter, 1993;

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Einarsson, Hróbjartur: Norsk-Islandsk Ordbok, Universitetsforlaget, Oslo, 1995;

Elmevik, Lennart: „Über den niederdeutschen Einfluß auf das Schwedische im Mittelalter”. Vortragsresümee in: Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 88, 1981. S. 40-41;

Ernby, Birgitta: Norstedts Etymologiska Ordbok, Stockholm: Norstedts Akademiska Förlag, 2008;
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Haugen, Einar: Die skandinavischen Sprachen. Eine Einführung in ihre Geschichte. Hamburg: Helmut Buske Verlag, 1984;
Haugen, Einar: Norsk-engelsk Ordbok, Oslo: Universitetsforlaget, 1993;
Heggstad, Leiv, Hødnebø, Finn & Simensen, Erik: Norrøn Ordbok, Det Norske Samlaget, Oslo, 1997;

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© Edward Smith 2011.  Mail an den Autor

 

*Vielen Dank an Reinhard Hahn – Sprecher, Schreiber und leidenschaftlicher Unterstützer des Niedersächsischen – für seine freundliche und fachkundige Beratung zu Struktur und Inhalt dieses Artikels. Reinhard stellte auch die meisten Wörter in der Spalte Modernes Niedersächsisch/Niederländisch zur Verfügung.

*Vielen Dank an Nathalie Buratto für die gute Übersetzung!!

 

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